Sein kurioser Kurier-Einsatz

Taxifahrer Ömer: Für Senf von München nach Südfrankreich!

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Taxler Ömer Korkmaz (www.flughafen-muenchen-taxi.de, Tel. 0151/41 62 00 00) brachte solche Senftüten nach Cannes zu den Messegästen.

München - 860 Kilometer fuhr Taxifahrer Ömer Korkmaz hunderte Tütchen Senf von der bayrischen Landeshauptstadt nach Cannes! Das steckt hinter der ungewöhnlichen Tour.

Seit 16 Jahren fährt Ömer Korkmaz (40) Taxi. Oft von Freising, wo er lebt und arbeitet, zum Flughafen und weiter nach München. Jetzt allerdings legte er in seinem Taxi satte 860 Kilometer (einfach) zurück: Der 40-Jährige chauffierte seinen Mercedes bis nach Cannes in Südfrankreich. An Bord hatte er keinen Promi oder Politiker, sondern hunderte Tütchen Senf – im Auftrag der mächtigsten Immobilienkonzerne und der Stadt!

An der französischen Riviera stieg vergangene Woche nämlich eine der wichtigsten Immobilienmessen der Welt: Bei der Mipim stiegen 2. Bürgermeister Josef Schmid und Stadtbaurätin Elisabeth Merk aufs Podium. „Der Münchner Stand ist immer der beliebteste“, sagt Standleiter Jürgen Backof (37) von der Agentur WIP, die den Auftritt im Auftrag von Immobilienkonzernen und der Stadt organisiert. Kein Wunder: Heuer gab es Bier von Airbräu am Flughafen, am Stand gebackene Höflinger-Brezn und eine halbe Tonne Weißwürste von Magnus Bauch – transportiert im 40-Tonner. Nur: Beim Develey-Senf hat sich jemand verrechnet – der wurde am zweiten Tag knapp!

Da war guter Rat buchstäblich teuer: Süßen Senf gibt’s an der Riviera nämlich nicht. Also rief der Standleiter am Münchner Flughafen beim Chef-Caterer an: „Kratz alle Tütchen zusammen!“ Ein Linienflug war so kurzfristig nicht frei, ein Privatjet zu teuer – ein Taxis musste her!

Hier kommt Ömer Korkmaz wieder ins Spiel: Vergangenen Mittwoch gegen 16 Uhr läutet sein Handy. „Übernehmen sie auch Kurierfahrten?“, fragt Backof „Gerne“, erklärt Korkmaz. „Auch nach Frankreich?“ „Natürlich, gerne!“ „Sofort?“ „Gerne!“ Der Auftrag: Der Taxler soll am Flughafen 2000 Senfpäckchen abholen und auf die Tube drücken!

Schnell sagt Korkmaz seiner Familie Bescheid, setzt sich ans Steuer seines Mercedes E-Klasse und startet die Tour de Senf. Kurz nach 17 Uhr hält er beim Airbräu am Flughafen. Fast zehn Stunden ist er unterwegs, gondelt über Österreich, die Schweiz. Kurze Kaffeepause vor Mailand, dann gibt er wieder Gas. Schließlich soll der Senf vor 8 Uhr am Hotel Thomas in Cannes eintreffen. Zum Glück ist kein Stau. Um kurz nach 3 Uhr nachts liefert der 40-Jährige die drei Kilo schweren Packerl ab.

Sein Lohn: 1400 Euro plus Maut und Hotel. Denn Ömer Korkmaz hat sich noch einen Tag im schönen Cannes erholt. „Und in Monaco habe ich auf der Heimfahrt auch noch gehalten“, freut sich der 40-Jährige. „Die Fahrt hat großen Spaß gemacht, ich würde sofort wieder starten!“

Johann Conrad Develey

Volker Leonhardi von Develey: „Der süße Senf wurde 1854 von Johann Conrad Develey in München erfunden. Wenn man bedenkt, dass unser Firmengründer Develey französische Wurzeln hatte, ist es umso erstaunlicher, dass im Land der Feinschmecker dieses bayerische I-Tüpferl bis heute offensichtlich nicht verbreitet ist.“

M. Williams, D. Costanzo

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