Verurteilung wegen versuchten Totschlags

Weil er Fahrgast überfuhr: Taxler muss hinter Gitter

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Wachmänner führen Martin S. (59) in den Gerichtssaal: Weil er Achmed N. überfuhr, wurde er wegen ­versuchten Mordes angeklagt, nun aber wegen versuchten Totschlags verurteilt.

München - Ein Taxler verbringt die nächsten Jahre hinter Gitter, weil er seinen Fahrgast überrollen sollte. Das Opfer hat laut Richter Glück, dass es die Attacke überlebt hat.

Es war versuchter Totschlag! Weil Taxler Martin S. (59) absichtlich einen Fußgänger überfuhr, muss er für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht sprach ihn am Mittwoch schuldig - auch wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Laut Richter Norbert Riedmann hatte der Geschädigte, Achmed N. (28), großes Glück, dass er überlebte. Ihn hatte Martin S. in der Franzstraße (Schwabing) erst angefahren und auf die Motorhaube geladen. Danach fiel N. zu Boden - und der Taxler raste über ihn drüber. Wie durch ein Wunder wurde Achmed N. nicht von den Rädern des Mercedes E-Klasse überrollt, sondern lag dazwischen. Er kam mit Prellungen und Schürfwunden davon. Aber nur, weil er so schlank ist! Denn zwischen dem Unterboden des Autos und dem Asphalt waren nur noch 20 Zentimeter Platz.

Im Urteil begründete der Richter, dass Martin S. schwere Verletzungen des Fußgängers billigend in Kauf genommen hatte. Und spätestens dann, als Achmed N. unter seinem Auto lag, habe es auch eine Tötungsabsicht gegeben. „Sie haben aus Wut gehandelt und Ihr Auto als Waffe zweckentfremdet“, rügte Riedmann den Taxler. Er verliert nun auch den Führerschein für fünf Jahre. Zum Streit kam es, weil Achmed N. den Taxler beschimpft hatte, als dieser mit mehr als 50 km/h durch eine 30er-Zone bretterte.

thi

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