35-Jähriger vor Gericht

Taxler die Nase abgeschnitten

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Ercan Ö. bestreitet das grausige Verbrechen

München - Aus Wut darüber, dass ihm ein Taxler nicht sofort das gesamte Bargeld gegeben hatte, rächte sich ein Räuber fürchterlich: Er schnitt seinem Opfer die halbe Nase ab!

Der Räuber hatte seine Beute schon gemacht, er hätte aus dem Taxi flüchten können. Doch aus Wut darüber, dass ihm Taxifahrer Leo H. (54) nicht sofort das gesamte Bargeld gegeben hatte, rächte sich der Verbrecher fürchterlich: Er schnitt seinem Opfer die halbe Nase ab!

„Ich bin entstellt“, klagte Leo H. am Mittwoch als Zeuge vor Gericht, wo er sich zwangsläufig wieder an das schreckliche Geschehen vom 19. Mai 2006 erinnern musste. Der Fahrgast hatte ihn vom Flughafen zur Linprunstraße dirigiert: „Ich konnte die Uhr nicht mehr ausschalten, da hat er mir was an den Hals gehalten.“

Es kam zum Gerangel, wobei Leo H. zunächst eine Schnittverletzung an der Hand erlitt. In seiner Panik biss er dem Täter in den Arm. Dass der rechte Nasenflügel und die Nasenspitze fehlte, so das Opfer, „hat mir erst später ein Sanitäter gesagt“.

Der Täter hatte im Taxi die abgebrochene Klinge eines Teppichmessers und eine türkische Gebetskette zurückgelassen. Ein DNA-Treffer im vergangenen Jahr führte zu Ercan Ö. (35), einen in Wien arbeitenden Koch. Er bestreitet die Tat. Die Gebetskette könne von ihm stammen, sagt er. „Ich habe Millionen davon gemacht.“ Und seine Narbe am rechten Unterarm? Diese sieht aus wie ein Biss. Der Angeklagte behauptet: „Das stammt von einem Unfall.“ Leo H. ist nicht sicher, ob der Angeklagte der Täter ist: „Größe und Statur stimmen.“ Der Prozess geht weiter. Leo H. zur tz: „Ein Leben wie früher gibt es für mich nicht mehr.“

E. Unfried

 

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