So war die heiße Nacht im Zelt

Teatro-Premiere mit Fonsi, Otti und Sammer

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Eine Torte für den Bullen: Alfons Schuhbeck serviert Ottfried Fischer, an der Seite von Freundin Simone Brandlmeier und Tochter Nina, die Geburtstagsüberraschung

München - Ein echtes Highlight war die Teatro-Premiere in Riem, ganz besonders für Otti Fischer, der seinen 60. Geburtstag feierte: So war der heiße Abend im Zelt.

Die Torte für Otti Fischer

Einen lustvolleren 60. Geburtstag hätte sich Otti Fischer gar nicht wünschen können: Da sitzen Tochter Nina und Lebensgefährtin ­Simone neben Torwart-Legende Sepp Maier am Tisch; vor den Augen verbiegt sich eine Schlangenfrau an der Stange und ein paar Adonise aus ­Atlantis zeigen dem Otti, was ein Sixpack ist; Spezl Alfons Schuhbeck serviert eine Schokotorte – nebst einem Menü, das München mit dem Rest der Welt vereint, wo sich also Kalbsfilet auf Schwarzbrotknödel mit Hähnchenbrust auf Thai Currysauce vermählen, und 350 Leute – die meisten Freind aus Funk und Fernsehen und a paar Adabei – gratulieren. Das Leben mal kein Skandal – aber ein Festmahl im Spiegelzelt. In Schuhbecks Teatro, draußen in Riem, das bis April auf einem ­Schotterplatz gastiert.

Donnerstagabend war Premiere der Jubiläumsdinnershow, die mit ­Ottis Geburtstag zusammenfiel.

Zehn Jahre Teatro.

Dabei gab es Schuhbecks Brot und Spiele schon vor über 20 Jahren, als der Sternekoch mit Zirkusdirektor

Bernhard Paul und Enten-Koch Hans-Peter Wodarz die allererste Zeltshow Panem et Circenses auf die Beine stellte. „Damals haben wir alles von Waging nach München gekarrt – da war jeder Abend ein Abenteuer“, erinnert sich Schuhbeck, der Abenteuern generell geneigt ist. Das Leben ein Fest!

„Schuhbeck hier, Zauber da, das ist Teatro, Künstler aus der ganzen Welt…“ – mit diesen Zeilen eröffnete die Showtruppe den Abend, der so weltläufig wie das Menü war. Neben dem Duo Flight of Passion, das 2009 den Goldenen Clown in Monte Carlo gewann, begeisterte vor allem Emilia Arata, die mit ihrer Nummer elegant zwischen Luft-Ring und Wasserbecken hin- und herglitt. Aber auch die Peres Brothers raubten mit ihrer Hand-auf-Hand-Akrobatik und außergewöhnlicher Kraft nicht nur den weiblichen Gästen den Atem. Und Jongleur Tony Garcia erreichte mit den Bällen seiner Boden-Jonglage Geschwindigkeiten, die für das Auge kaum mehr sichtbar waren.

Doch der Hit des Abends war und ist der Fons am Schluss – Fritz Egner freut sich darauf immer ganz besonders, wenn Schuhbeck selber singt. Dieses Mal: When the Saints go marching in. Seine Band hat ihn ja auch dereinst in das Kurhausstüberl nach Waging geführt, wo die Schuhbeck’sche Karriere seinen Anfang nahm – gleich neben dem Campingplatz, wo der Begriff Zelt eine weit weniger glanzvolle Bedeutung hatte. Schuhbeck selbst hat nach eigenen Angaben noch nie in seinem Leben in einem solchen übernachtet. Genauso wie FC-Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

Umso heißer sind die Zeltnacht­erinnerungen der anderen Freind, Schuhbecks Herd-Assistent und Schauspieler Elmar Wepper zum Beispiel kann einen reichen Erfahrungsschatz vorweisen – aus aller Welt.

Die ungemütlichste Zeltnacht erlebte er mit seinem Bruder Fritz im kanadischen British Columbia, als ein Grizzly eine ganze Anlage verwüstet hatte, die tags zuvor vom Wasserflugzeug aus noch völlig in Ordnung war. „Wir sind dann mit Pferden hochgeritten – und alles war verwüstet. In den Dosen nur noch die Löcher von den Bärenzähnen. Wir mussten dort die Nacht verbringen – in der Hoffnung, dass der Grizzly nicht noch einmal kommt.“

Jutta Speidel hat ein Skorpion von allen Zeltambitionen geheilt. „Ich war vier, als ich mit meiner Patentante in Lido di Jesolo gezeltet habe. Mitten in der Nacht musste ich aufs Klo, die Tante machte die Taschenlampe an und auf ihrem Fuß saß ein Skorpion.“ Jutta schrie wie am Spieß und mag seither nur noch Spiegel- oder Zirkuszelte. Ganz im Gegensatz zu ihrer Um-Himmels-Willen-Nachfolgerin Janina Hartwig. „Zelten war in meiner Jugend in der DDR echt in – vor allem FKK-Zelten war der Renner. Das hat mich aber nie so gereizt.“ Auch Schauspieler Christian Wolff war in seiner Jugend zelten – meistens auf Sylt. „Wir hatten ja kein Geld. Gerade erst vor ein paar Tagen hat sich ein ehemaliger Zeltplatzflirt von mir wieder gemeldet – nach 56 Jahren.“ Und Sängerin Claudia Jung hat es mit ihrer Tochter ­Anna nur bis in den Garten geschafft – doch selbst dort mussten sie sich vor Angst die Hunde ins Zelt holen.

Timothy Peach und seine Frau Nicola Tiggeler können mit Open-Air-Schlafplätzen auch eher wenig anfangen, dafür aber sind sie umso begeisterter von Schuhbeck, genau wie Waldemar Hartmann, der sich für den guten Zweck, ein Krebsforschungsprojekt, nach 14 Jahren wieder einen Schnurrbart wachsen lässt. „Bis auf letztes Jahr habe ich alle Teatro-Shows hautnah miterlebt“, rechnete er nach. Ebenso wie Radio-Gong-Chef Georg ­Dingler und Ehefrau ­Martina – schon aus Freundschaft zum Fons lassen die beiden kein Teatro-Jahr aus. Und Soko-5113-Schauspieler Michel Guillaume meint sogar, München wäre ohne Schuhbeck nicht mehr denkbar und hat sogar schon einen Kochkurs bei ihm besucht – sehr zur Freude seiner Frau Georgia. „Wenn ich für sie koche, dann ist das auch immer Entertainment!“ Von Schuhbeck g’lernt ist eben g’lernt.

Ein Blick auf die Bühne

Die schönste Dinnershow-Geschichte aber hatte Musikproduzent Bernie Paul zu erzählen. Es war der 17. Oktober 1999, als er im Spiegelzelt zum Dessert aus einer Torte stieg und Elke Scharmahd einen musikalischen Heiratsantrag machte. Ein Jahr zuvor hatte er die Angebete mit persischen Wurzeln beim 40. Geburtstag von Sybille Mang kennengelernt. Und schon allein deshalb ist für den Oh, no no-Sänger ein Spiegelzelt ein Superhit!

Es feierten die Teatro-Premiere u.a. auch: Showstar Chris Kolonko, der vergangenes Jahr durch den Abend führte und von einigen auf der Bühne sehr vermisst wurde (ab 14. November gastiert er vier Abende zusammen mit Joy als Herta & Berta im Roy am Sendlinger Tor), Entertainerin Gloria Gray, die ebenfalls bei Schuhbeck schon durch den Abend führte, Dr. Peter Gauweiler, Otto und Shirley Retzer, Autorin Holde Heuer, Alexandra Polzin mit Gerhard Leinauer, Prof. Dr. Fritz Scherer, Sängerin Cornelia Corba, Regisseur Sepp Vilsmaier mit Birgit Muth, Prof. Dr. Werner Mang und Kabarettistin Luise Kinseher.

Ulrike Schmidt mit Luzie Seitz

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