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Telefonat mit Freund dauert Arcor zu lange…

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Ela (33) ärgert sich über Arcor.
Ela (33) ärgert sich über Arcor. © Mell

Für monatlich 3,95 Euro telefonieren Sie auf Wunsch rund um die Uhr kostenfrei in 25 Länder. Dieses Flatrate-Angebot von Arcor kommt Ela (33) aus München wie gerufen.

Ihr Freund lebt in der Schweiz, am Wochenende sehen sich die beiden. Unter der Woche bleibt nur das Telefon. „Das geht ins Geld“, sagt die Bankkauffrau. Sie bucht die Auslandsflatrate – und erfährt nach wenigen Wochen: Die Arcor-Werbung hät nicht, was sie verspricht.

Der Telefonanbieter schickte der Münchnerin kürzlich einen Brief: „Sie nutzen unseren Tarif telefon flat mit der Extraoption Euro Flat. Dabei ist uns aufgefallen, dass Sie in außergewöhnlichem Maße telefonieren: Dies legt den Schluss nahe, dass Sie unsere Leistungen nicht ausschließlich zur Abdeckung Ihres privaten Telefonbedarfs nutzen.“

Ela ist zunächst sprachlos: „Ich rufe ausschließlich meinen Freund an“, sagt die 33-Jährige. „Die Unterstellung, ich würde die Flatrate gewerblich nutzen, ist eine Frechheit.“

Besonders verärgert ist die Bankerin über eine Formulierung in dem Arcor-Schreiben. Dort heißt es: „Diese außergewöhnlich hohe Nutzung entspricht nicht unserem gemeinsamen Verständnis bei Vertragsabschluss.“

Die 33-Jährige schüttelt den Kopf, wirft wieder einen Blick auf den Brief: „Was heißt hier gemeinsames Verständnis? Mein Verständnis von einer Flatrate ist, dass ich so lange telefonieren kann, wie ich will. So wirbt Arcor jedenfalls.“ Die Münchnerin ist kein Einzelfall. In Internetforen ärgern sich viele Kunden, dass Arcor ihnen unterstellt, sie würden ihren Pauschaltarif für gewerbliche Gespräche nutzen. „Arcor konnte mir auch nicht sagen, was eine außergewöhnliche Nutzung bedeutet“, schreibt ein Kunde.

Am Ende des Schreibens fordert Arcor seine Kunden auf, ihre Anrufe „umgehend und erheblich zu reduzieren.“ Was „erheblich“ heißt, bleibt offen. „Im Schnitt telefoniere ich täglich vielleicht eine Stunde nach der Arbeit mit meinem Freund“, sagt Ela. „Dafür habe ich doch die Flatrate.“

Der Telefonanbieter beruft sich auf seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), das Kleingedruckte. Unter Punkt 2.6 wird darauf hingewiesen, dass die Flatrate nicht für gewerbliche Zwecke genutzt werden darf. Dass der Kunde auch privat nicht „rund um die Uhr“ telefonieren darf, steht dort jedoch nicht.

Auf tz-Nachfrage konnte Arcor-Sprecher Paul Gerlach nicht sagen, was „außergewöhnliche Nutzung“ sowie „erheblich reduzieren“ bedeutet: „Es gibt Durchschnittswerte“.

Bankkauffrau Ela schüttelt wieder den Kopf: „Die Flatrate, also der Pauschaltarif, ist in meinen Augen eine Mogelpackung“. Sie hat Arcor inzwischen zurückgeschrieben: „Ich nutze die Flatrate ausschließlich privat.“ Ob Ela nun unbeschwert mit ihrem Freund telefonieren kann? Die tz bleibt dran!

Quelle: tz

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