"Ich habe alles nochmal erlebt"

Teresa Z.: Ihr Auftritt bewegte Millionen

+
Faustschlag-Opfer Teresa (23) bei Stern-TV in Köln zum Thema Polizeigewalt

München - Es war ein emotionaler Auftritt bei Stern TV: Teresa Z. (23) schilderte bei der Live-Sendung Stern-TV am Mittwochabend, wie sehr sie auch heute noch unter den Folgen des Faustschlags auf der Polizeiinspektion leidet.

 „Die Bilder kommen immer wieder. Und jetzt habe ich alles noch mal erlebt.“ Vor einem Millionen-Publikum erzählte Teresa im Beisein ihres Anwaltes Franz J. Erlmeier den Vorfall aus ihrer Sicht.

Sie sei, weil sie sich heftig gegen die Beamten gewehrt hatte, gefesselt auf eine Pritsche gelegt worden. Als sie bereits von zwei, drei Beamten zusätzlich fixiert war, spuckte sie einem Polizisten ins Gesicht – aus purer Verzweiflung: „Das war falsch von mir. Das tut mir sehr leid. Aber ich hatte einfach nur Panik, kriegte keine Luft mehr.“

In einer Zelle der Polizeiinspektion 21 in der Au setzte ein Polizist mindestens einen brutalen Faustschlag gegen Teresa Z. Diese war gefesselt auf einer Pritsche gelegen und hatte sich massiv gewehrt

Der Beamte ließ sie los und schlug ihr mit mindestens einem Faustschlag ins Gesicht. Er habe in Notwehr gehandelt, verteidigt sich der Polizist. Weil die auf einer Pritsche liegende und von weiteren Kollegen fixierte Teresa plötzlich mit dem Kopf und Oberkörper nach oben schnellte, habe er mit dem Schlag ins Gesicht einen Kopfstoß abwehren wollen. Im Gespräch mit Moderator Steffen Hallaschka sagte Teresas Anwalt Erlmeier, dass seiner Meinung nach eine Notwehrsituation nicht vorgelegen habe. Der Jurist hat inzwischen die Ermittlungsakten mit den Stellungnahmen der anwesenden Beamten und deren Vernehmungen durch die internen Ermittler einsehen können: „Die Aussagen der Polizeibeamten deuten klar darauf hin, dass hier am Ende des Tages keine Notwehrlage bestätigt werden kann. Da bin ich felsenfest überzeugt.“

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Ebenfalls dabei in der Stern-TV-Runde über Polizeigewalt war Professor Joachim Kersten von der Hochschule der Polizei in Münster. Seiner Meinung nachhat die Polizei ein Problem nicht im Griff: „Es gibt Beamte, die das andauernd machen. Man nennt sie Widerstandsbeamte. Diese Beamten müssten stärker diszipliniert werden.“ Zu Teresas Fall äußerste er sich ebenfalls: „Die Beamten hätten in dieser Situation zugunsten des Opfers einschreiten müssen.“

Am Donnerstagmittag flog Teresa mit ihrem Anwalt von Köln zurück nach München. „Ich wünsche mir jetzt nur, dass sauber ermittelt wird. Damit ich wieder ruhig schlafen kann.“ Mittlerweile hat das LKA den Fall an sich gezogen.

JAM

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion