Nach Anschlägen während Konzert in Paris

Eagles of Death Metal sagen München-Konzert ab

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Die Eagles of Death Metal am Freitag den 13. November im Pariser Bataclan, bevor der Terror losbrach.

München - Die US-Rockband Eagles of Death Metal, deren Konzert am Freitagabend das Zentrum des Schreckens war, hat ihre Tournee abgebrochen.

Es fing an mit Musik und Party – und endete in Schmerz, Tod und Fassungslosigkeit. Damit fällt auch der München-Auftritt im Kesselhaus an diesem Donnerstag aus. Das gab Konzertveranstalter Marek Lieberberg bekannt. Tickets werden an den Vorverkaufsstellen zurückerstattet.

„Unsere Gedanken sind bei allen, die von der Tragödie betroffen sind“, heißt es auf der Facebook-Seite der Band. Bei ihrem Konzert im Pariser Club Le Bataclan sind mindestens 89 Menschen im Kugelhagel der Maschinenpistolen der Terroristen gestorben. Die Musiker konnten sich in Sicherheit bringen, mindestens ein Mitglied ihrer Crew ist dem Anschlag aber zum Opfer gefallen. Merchandise-Mann Nick Alexander (36) verkaufte im Konzertsaal gerade T-Shirts, als die Schießerei begann. Als seine Freundin Polina von den Anschlägen erfuhr, postete sie im Internet: „Bitte helft mir, meinen Freund zu finden.“ Dann wurden ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Nick Alexander lebt nicht mehr – und seine Familie ist in tiefer Trauer. Die Angehörigen schreiben: „Wir haben unseren geliebten Nick verloren – er war nicht nur unser Bruder, Sohn und Onkel, sondern auch der beste Freund so vieler Menschen. So großzügig, so lustig und so treu.“

Das Konzert der Eagles of Death Metal im Bataclan ist nicht zufällig zum Anschlagsziel geworden – das glaubt Konzertveranstalter Lieberberg. Die Band sei vor Kurzem in Israel aufgetreten und damit Boykott­aufrufen von Ex-Pink-Floyd-Bassist Roger Waters entgegengetreten.

Eagles-Sänger Jesse „The Devil“ Hughes (43) ist eine schillernde Figur. Der Musiker beschimpft gern US-Präsident Barack Obama (54), ist Mitglied der Universellen Lebenskirche und des Schusswaffen-Vereins NRA, gibt sich aber auch immer wieder mal betont weiblich.

Die neue CD Zipper Down kündigte Band-Mitglied Josh Homme im Rolling Stone als Antwort auf den Terrorismus an: „Es gibt alle Arten von Stunk im Nahen Osten, und den sind wir leid.“

Die aktuellen Entwicklungen vom Sonntag finden Sie im News-Ticker zum Terror in Paris.

AS

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