Entsetzen über Anschläge in Paris

Münchens Muslime: „Terror hat keine Religion“

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„Nicht in unserem Namen“: Imam Benjamin Idriz verurteilt die Attentate von Paris.

Münchens - Münchens Muslime sind entsetzt über die Anschläge, die die IS-Terroristen in Paris verübt haben. Sie zeigen sich solidarisch mit allen Opfern.

Der Penzberger Imam Benjamin Idriz (42), gleichzeitig Vorsitzender des Vereins Münchener Forum für Islam, sagte der tz gestern: „Wir lassen nicht zu, dass das in unserem Namen passiert.“ Über Facebook schrieb er seinen Glaubensbrüdern: „Wenn Muslime von nicht-muslimischen Ländern angegriffen werden, wie es im Irak, Afghanistan, Palästina der Fall war oder ist, positionieren wir uns laut und unmissverständlich gegen Aggression, Krieg und Gewalt. Umso mehr sind wir jetzt entsetzt über die Verbrechen, die im Namen unserer Religion begangen werden, von Menschen, die leider muslimische Namen tragen. Muslime solidarisieren sich mit allen Opfern.“

Für kommenden Freitag ruft Idriz zu einer Kundgebung auf: „Steh auf gegen Terror!“ Ein Münchner Muslim schrieb unter den Aufruf zur Kundgebung: „Ich habe ein tiefes Verlangen, aus meiner Seele laut zu schreien: Hört auf, im Namen des Barmherzigen, des Allerbarmers zu morden! Hört auf, im Irrglauben zu sein, eure menschenverachtenden Taten rechtfertigen zu können! Hört endlich auf, den Islam zu missbrauchen! Hört auf, Muslime mit eurem Terror zu diskreditieren!“ Die Situation für Muslime wird durch solche Attentate wie jetzt in Paris allerdings komplizierter. Idriz erklärt: „Für manche Leute stehen wir Muslime unter Generalverdacht. Frauen mit Kopftuch haben es dann besonders schwer, auch unsere Kinder an den Schulen.“

Dabei will die überwältigende Mehrheit der Muslime mit den Terroranschlägen nichts zu tun haben. Yagmur Topuz, zweite Vorstandsvorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu München-Pasing, sagt der tz: „Wir bedauern den Vorfall in Paris und sprechen den Angehörigen der Opfer unser Beileid aus. Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir die Angriffe und Anschläge in Paris vernommen, welche wir als Angriffe auf unsere Menschlichkeit aufs Schärfste verurteilen. Dies gilt gleichermaßen und uneingeschränkt für alle terroristischen Akte weltweit. Terrorismus hat keine Religion!“

Johannes Welte

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