Vereint gegen Terror

Münchner Muslime laden zu Kundgebung ein

München - Münchner Muslime gehen gegen die Gewalt des „Islamischen Staates“ auf die Straße. Am Freitagnachmittag soll es einen Schweigemarsch durch die Innenstadt geben. Erwartet werden 2000 Teilnehmer. Unter anderem wurde bereits Alt-OB Christian Ude als Redner gewonnen.

An einem Septembermorgen 2014 drängeln sich die Kamera-Teams und Fotografen in den provisorischen Büroräumen in der Münchner Altstadt. Es ist mehr als ein Jahr bevor der Terror des „Islamischen Staats“ mitten ins Herz Europas vorstößt. Imam Benjamin Idriz steht unter einer weißen Tafel, auf der „Was uns Muslime und Nicht-Muslime zusammenhält“ steht. Und er meint damit unter anderem: die Ablehnung des Terrors. 15 Imame aus München hat er zu diesem Thema versammelt. Nach seinen Angaben vertreten sie die Mehrheit der Muslime in München.

Damals hat der Auftritt der Imame große Aufmerksamkeit bekommen. Damals waren die schrecklichen Bilder aber noch weit weg. Nicht mitten in Europa, wenige Zugstunden von hier entfernt. Jetzt wiederbelebt Idriz seine islamische Friedens-Allianz – und will es nicht bei einer Erklärung belassen. Für den kommenden Freitag, 16.30 Uhr, hat er eine Kundgebung am Geschwister-Scholl-Platz mit anschließendem Schweigemarsch durch die Innenstadt angemeldet.

„Wir wollen jetzt ein Zeichen setzen“, sagte Idriz am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. In seinem Münchner Forum für Islam (MFI), mit dem er eine große Moschee in München plant, habe man gleich am Samstagmorgen, wenige Stunden nach den Anschlägen, begonnen, über eine angemessene Reaktion nachzudenken. Eine Mitteilung sei nicht mehr genug, da sei man sich schnell einig gewesen. „Wir Muslime müssen uns leider immer wieder von diesen wahnsinnigen Menschen distanzieren“, sagte Idriz. „Wir müssen auf die Straße gehen und noch lauter die Botschaft senden, dass der Islam eine friedliche Religion ist.“

Laut Idriz soll die Kundgebung am Freitag aber nur am Anfang am Geschwister-Scholl-Platz sein – bevor der Schweigemarsch beginnt. Nach den islamischen Freitagsgebeten – so hofft er – sollen viele Münchner Muslime an der Demonstration teilnehmen. Idriz hofft dort auf prominente Redner. Und hat einen schon gewonnen: Alt-OB Christian Ude, der wie berichtet jüngst zum Kuratoriums-Chef des MFI gewählt wurde, wird sprechen. Auch Vertreter der Kirchen will Idriz gerne zu den Demonstranten sprechen lassen. „Uns geht es nicht um Muslime oder Nicht-Muslime“, sagte Idriz. „Es geht um das friedliche Miteinander.“

Dafür soll anschließend auch der schweigende Marsch durch die Innenstadt stehen, zu dem 2000 Teilnehmer angemeldet wurden. Die Route verläuft vom Geschwister-Scholl-Platz über Marienplatz, Rindermarkt und Färbergraben bis an die Hotterstraße in der Altstadt. „Ich hoffe, dass sehr viele Menschen kommen werden“, sagte Idriz am Montag.

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Merkur-Kommentar: Muslime, die die richtige Antwort geben

Rubriklistenbild: © AFP

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