Erhöhte Sicherheitsstufe

Polizei in München reagiert auf Terroranschläge

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Die Bundespolizisten am Hauptbahnhof tragen Schutzwesten und die MP 5

München - Nach den Terrorattacken in Paris herrscht nun auch in München erhöhte Sicherheitsstufe. Diese Maßnahmen hat die Polizei ergriffen.

Nur wenige Stunden nach dem Massaker in Paris formierte sich im Münchner Polizeipräsidium der Führungsstab für Sicherheitsmaßnahmen, der von Vizepolizeipräsident Werner Feiler angeführt wird. Fünf bis zehn Beamte aus der Abteilung Einsatz sind dort ständig aktiv, koordinieren rund um die Uhr Einsätze und prüfen mit den zuständigen Kommissariaten wie dem Staatsschutz etwaige Zusammenhänge und Kontakte der Attentäter in die Münchner Salafisten-Szene. Sämtliche französische Einrichtungen (Generalkonsulat, Schulen, Kindergärten) werden rund um die Uhr bewacht – ebenso wie die Münchner Flüchtlingsunterkünfte. Unter spezieller Beachtung stehen auch einschlägige Foren und Netzwerke sowie Münchner Rechtsextremisten, die das Grauen von Paris für üble Hetz-Kampagnen ausnutzen könnten.

Die Münchner Bürger werden in nächster Zeit mehr Streifen der Landespolizei in der ganzen Stadt sehen. „Die permanente Terrorgefahr gilt auch für uns, doch gibt es keine konkreten Erkenntnisse,“ sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Auch die Bundespolizei auf den Münchner Bahnhöfen und am Flughafen hat unübersehbar aufgerüstet. Die Streifen patrouillieren jetzt – wie im Terrorjahr 2009 – in schusssicheren Westen und mit der Maschinenpistole MP5 von Heckler & Koch. „Hoffen wir, dass wir sie nie einsetzen müssen“, sagten die Beamten gestern. Die Ausrüstung wiegt rund 20 Kilo. Darum werden die Streifen stündlich abgelöst. Seit Sonntag fahren die Bundespolizisten auch im französischen TGV mit. Alle Flaggen an staatlichen und städtischen Einrichtungen wehten am Sonntag in München auf Halbmast.

Dorita Plange

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