Terrorprozess: Ein Angeklagter leidet an Schizophrenie

München - Einer der acht Angeklagten im Münchner Terrorprozess leidet an Schizophrenie.

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Der heute 25-Jährige sei schon 2004 vier Monate stationär behandelt und Anfang 2007 erneut in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, hat der Psychiater Norbert Leygraf von der Universität Duisburg/Essen am Freitag vor dem Oberlandesgericht München berichtet. Seine eigene Untersuchung im Jahre 2009 habe dieselbe Diagnose ergeben. “Es spricht sehr viel dafür, dass auch Ende 2007 eine schizophrene Symptomatik vorlag“, sagte Leygraf.

Der Sachverständige wollte sich nicht festlegen, ob die geistige Erkrankung die Schuldfähigkeit des jungen Mannes erheblich eingeschränkt hat. Der Psychiater schloss nicht aus, dass zwischen Tat und Krankheit ein Zusammenhang besteht: “Flucht in eine radikale Form der Religion könnte ein Selbstheilungsversuch gewesen sein.“ Der Angeklagte hatte seine Tage nach seinen Angaben bei dem Gutachter ausschließlich mit Beten, Schlafen und im Internet verbracht.

Im Oktober und November 2007 hatte der damals 22-Jährige im Internetforum der militant islamistischen Globalen Islamischen Medienfront (GIMF) aktiv.

Der 25-Jährige und seine sieben Mitangeklagten, darunter eine Frau, werden der Unterstützung der terroristischen Vereinigungen Al-Kaida und Ansar al-Islam sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung beschuldigt. Sie sollen bis März 2008 Propaganda und Gräuel-Videos ins Netz gestellt haben.

Der Prozess dauert an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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