Teure Sanierung: Wie viel ist uns der Olympiapark wert?

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München - Der einzigartige Olympiapark ist in die Jahre gekommen: Für die teure Sanierung ist allerdings eine Millionenhilfe der Stadt nötig, denn die Einnahmen reichen bei weitem nicht.

Der Olympiapark ist ein geschichtsträchtiges Gelände, dessen Zeltdächer Welt-Architekturgeschichte geschrieben haben. Doch das zu den Sommerspielen 1972 errichtete Gebäude-Ensemble ist in die Jahre gekommen. Seit der Profifußball in die Allianz-Arena umgezogen ist, fristet der Oly-Park ein Schattendasein. Und die Kosten für den Erhalt galoppieren davon. 193 Millionen Euro müssten bis zur den erhofften Winterspielen 2018 laut Münchner Merkur allein in den Erhalt des Geländes gesteckt werden, die Investitionen für die notwendigen Neubauten sind noch gar nicht eingerechnet. Am Dienstag wird Wirtschafreferent Dieter Reiter die Stadträte im Wirtschaftsausschuss mit den neuen Zahlen konfrontieren. Da wird er den Stadträten erklären müssen, wieso die Umbaukosten schon wieder gestiegen sind.

Im März 2010 war noch von knapp 170 Millionen Euro die Rede, und schon damals sorgte diese Summe für Ärger: Die Stadträte hatten mit weit niedrigeren Kosten gerechnet. CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer: „Ich werde die Zahlen kritisch hinterfragen. Ich verstehe nicht, warum der Stadtrat die Wahrheit immer nur scheibchenweise erfährt.“ Die Investitionen seien aber nötig, sonst würde der Park zur Ruine verkommen. „Der Olympiapark ist halt ein einzigartiges Baudenkmal.“

Allein für die Erneuerung der Olympiahalle werden rund 98 Millionen Euro veranschlagt, zuletzt waren es noch 82 Millionen. Die Halle wird seit 2007 umgebaut. Sie hat etwa neue Kioske und ein neues Restaurant erhalten. Bis 2017 müssen auch Betriebstechnik und Brandschutz erneuert werden. Die Kosten werden jetzt auf 30 Millionen € geschätzt. Im neuen Zahlenwerk sind zudem nun zwölf Millionen Euro für eine neue Decke aufgetaucht, die schon eingebaut wurde.

Auch das Olympiastadion muss modernisiert werden. Für Sanierung der Technik, des Brandschutzes, des Ehrengastbereichs und des Ex-Gesundheitsparks führt Reiter Kosten in Höhe von 40 Millionen Euro auf. Falls München den Zuschlag für Olympia bekommt, könnte man mit Zuschüssen rechnen, wenn nicht, könnte der Umbau viel bescheidener ausfallen. Doch damit nicht genug: Auch am Olympiaturm müssen Beton und Betriebstechnik saniert werden. Und der laufende Bau der kleinen Olympiahalle schlägt mit 30 Millionen Euro zu Buche.

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Die zusammengefassten 193 Millionen für die Sanierung werden allerdings auch nicht ausreichen. Bis 2021 müssen die Zeltdächer saniert werden – was weitere 78 Millionen kosten wird. Und falls München die Winterspiele bekommt, soll da, wo heute das Eissportzentrum steht, eine neue Halle für 8000 Zuschauer entstehen. Auf das Gelände der Event-Arena käme eine Multifunktionshalle, in der unter anderem die Eishockeyspiele stattfinden sollen. Voriges Jahr wurden die Kosten für diese Bauten auf rund 140 Millionen Euro geschätzt.

Die Olympiapark GmbH kann diese Baukosten nicht selbst einspielen, sie ist seit 1972 ein Zuschussbetrieb. Voriges Jahr nahm die städtische Tochter nur 15,65 Millionen Euro ein. Die Stadt muss das Unternehmen seit der Gründung 1972 mit Zuschüssen am Leben erhalten, im Jahr 2009 waren es 12,6 Millionen Euro.

JOP/WE

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