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Überraschung auf der Wiesn: Trotz steigender Gas-Preise - eine Sache wird heuer nicht teurer

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Von: Andreas Thieme

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Hendl-Hammer: Wenn’s heuer eine Wiesn gibt, werden die Schmankerl deutlich teurer
Hendl-Hammer: Wenn’s heuer eine Wiesn gibt, werden die Schmankerl deutlich teurer. © Sammy Minkoff/picture alliance

München rüstet sich fürs Oktoberfest. Unsichere Gasversorgung, teurer Strom - steigende Preise? Bisher trübt das die Vorfreude bei Wirten und Wiesn-Fans kaum.

München - Endlich, endlich, endlich: Nach drei Jahren Pause soll das Oktoberfest heuer endlich wieder stattfinden. Sechs Millionen Gäste aus aller Welt werden größten Volksfest erwartet - und sie haben gewöhnlich kräftigen Hunger. Fast eine halbe Million Hendl, noch mehr Bratwürste, 130 Ochsen, über sieben Millionen Liter Bier werden statistisch auf dem Oktoberfest vertilgt: Auch kulinarisch ist die Wiesn also eine absolute Bestmarke.

Das schlägt sich natürlich auch im Energieverbrauch nieder. Knapp drei Millionen Kilowattstunden Strom und rund zwei Millionen Kilowattstunden Gas wurden im Jahr 2018 verbraucht - beim Gas ist das so viel, wie 100 Vierpersonen-Haushalte in einem ganzen Jahr benötigen. Ähnlich waren die Zahlen 2019 im letzten Wiesn-Jahr vor der Pandemie.

Aber: Der steigende Gaspreis wird immerhin das Wiesn-Hendl nicht teurer machen. „Wir bleiben bei unseren Preisen. Die Lieferverträge sind fix“, sagt Christian Schottenhamel, zweiter Sprecher der Wiesnwirte.

Oktoberfest in München: Steigender Gas-Preis macht die Hendl nicht teurer

Wirten und Schaustellern müssen die Energiekosten vorerst nur wenig Sorgen machen. „Allgemein können wir sagen, dass das derzeit hohe Preisniveau bei den Wiesn-Betrieben in diesem Jahr noch nicht ankommen wird, da die Energiemengen hierfür vorab beschafft wurden“, sagt ein Sprecher der Stadtwerke München der Deutschen Presse-Agentur. Die Gaspreise werden geringfügig höher als die der Wiesn 2019 liegen. Die Gas-Umlage soll erst ab Oktober kommen - das Fest endet aber am 3. Oktober. Beim Strom gelten für die Wiesn die Preise für Kurzzeitveranstaltungen.

Schon jetzt werfen mögliche Engpässe in der Gasversorgung vielerorts die Schatten voraus. Bäder dimmen die Wassertemperatur und schalten Saunen ab, Politiker rufen zum Energiesparen auf, und allgegenwärtig ist die Warnung, man werde im Winter womöglich kalt duschen müssen. Da hört man in München auch mal kritische Töne, wenn es um die Wiesn geht: Man selbst solle sparen, aber dort werde gefeiert wie immer.

Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) setzt hier dem Verbrauch auf der Wiesn den Jahresverbrauch von ganz Deutschland entgegen. Nach Angaben des Umweltbundesamts seien 2021 bundesweit 1016 Milliarden Kilowattstunden Gas und 536 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht worden. Die Zahlen zeigten, wie wenig ein Verzicht auf das Fest beitragen könnte, eine nationale Energienotlage zu verhindern.

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