Thaiboxer starb wohl an Medikamenten-Überdosis

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München - Drei Tage nach dem Tod von Besim Kabashi liegt das vorläufige Obduktionsergebnis vor. Offenbar starb der Thaibox-Weltmeister an einer Medikamenten-Überdosis. Trotzdem bleiben viele Fragen offen.

Drei Tage nach dem Tod des Thaibox-Weltmeisters Besim Kabashiliegt das vorläufige Obduktionsergebnis vor. „Die Todesursache ist wahrscheinlich eine Medikamentenüberdosierung“, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei gestern. Wie berichtet, war Kabashi am Sonntag bewusstlos in seiner Wohnung aufgefunden worden und kurz darauf in einer Münchner Klinik verstorben. Einen Freitod schließt die Polizei weiterhin aus.

Was „Medikamentenüberdosierung“ im Fall Kabashi genau bedeutet, blieb gestern offen. „Das kann alles sein, im Augenblick lässt sich nicht sagen, wie, wieso, womit“, so der Polizeisprecher. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass Kabashi eine Kombination an Medikamenten geschluckt hat, die eine unvorhergesehene tödliche Wirkung hatte. Wie der Sprecher auf Nachfrage sagte, war die Polizei selbst nicht in der Wohnung des Thaiboxers. Wer die Medikamente fand, konnte er gestern nicht sagen. Das exakte toxikologische Gutachten wird laut Polizei erst in einigen Wochen erwartet. Der vorläufige Befund, so formulierte es gestern der Sprecher, laute auf „Hirnversagen durch Medikamentenmissbrauch“.

Diese Schlussfolgerung hält ein ehemaliger Arzt der Münchner Rechtsmedizin, der nicht namentlich genannt werden möchte, jedoch für voreilig: „Ich würde mich nie so weit aus dem Fenster lehnen“, sagte er dieser Zeitung. Bei einem Thaiboxer könne auch ein Schlag eine Hirnembolie auslösen. Hirnversagen sei erstmal eine „Nullaussage“, aus der man nichts ableiten könne. Er vermutet, dass Doping eine Rolle spielte. Bei Kampfsportlern auf diesem Niveau sei Doping Alltag. Anders seien die Leistungen in einem Vollkontakt-Kampfsport wie dem Thaiboxen nicht zu bringen. Amphetamine etwa minderten das Schmerzempfinden – könnten aber zu Embolien, auch im Hirn, führen.

Der Kampfabend am 16. Dezember im Circus Krone, an dem Besim Kabashi seinen Titel verteidigen sollte, findet ohne ihn statt. „Wir steigen für Besim in den Ring“, sagten Kabashis Trainigspartnerin Christine Theiss und Trainer Mladen Steko.

Katharina Fuhrin

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