Nach Flucht nach Thailand

Westend-Entführer in München - und in Haft

Der mutmaßliche Westend-Entführer mit seiner thailändischen Frau.

München - Rund vier Wochen nach der Entführung einer Bankiersgattin aus Ottobrunn ist der sogenannte Westend-Entführer jetzt nach Deutschland ausgeliefert worden. Am Donnerstagabend kam er in München an.

Mario S., der Entführer von Ottobrunn, ist in München angekommen. Am Freitag teilte die Polizei mit, dass Zielfahnder den 52-Jährigen am Donnerstag in Thailand abgeholt hatten. Noch am Freitag erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl. Mario S. sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Wie berichtet hatte der gebürtige Nordrhein-Westfale am 10. Juni eine 46 Jahre alte Bankiers-Gattin in ihrem Wohnhaus in Ottobrunn überwältigt. Den zwölfjährigen Sohn zwang er, sich mit Kabelbinder an einen Heizkörper zu fesseln. Mit der Mutter fuhr der Entführer in ihrem silberfarbenen Polo auf den Lidl-Parkplatz an der Westendstraße. Auf dem Parkplatz konnte die Frau des Sparkassen-Managers flüchten. Der Entführer versteckte sich in einer Wohnung an der Bergmannstraße, die er für rund fünf Wochen gemietet hatte. Noch am Tatabend flog er nach Thailand.

Die Kriminalpolizei fand offenbar später im Müllcontainer des Wohnhauses einen Prepaid-Handy-Vertrag von Mario S. und kam ihm so auf die Spur. In der Wohnung in Ottobrunn lag ein Erpresserbrief, in dem 2,5 Millionen Euro Lösegeld gefordert wurden.

Nach Informationen von Münchner Merkur und tz machte der 52-Jährige die Stadtsparkasse München dafür verantwortlich, viel Geld verloren zu haben. 13 Jahre soll Mario S. für eine Münchner IT-Firma gearbeitet haben. 2012 ließ er sich auszahlen und wanderte nach Thailand aus. Dort soll er mit seiner thailändischen Frau in Phrae, in der Nähe von Chiang Mai, ein Haus gebaut haben. Dem Entführungs-Opfer soll er während der Fahrt nach München gesagt haben, dass die Stadtsparkasse rund 1,5 Millionen Euro seines Geldes verspekuliert habe.

Am Freitag vor zwei Wochen nahmen Beamte der Immigration den 52-Jährigen fest. Verhaftungsgrund war nicht die Entführung, sondern der von der deutschen Botschaft eingezogene Reisepass. Damit befand er sich illegal in Thailand und konnte in Abschiebehaft nach Bangkok gebracht werden. Wegen Freiheitsberaubung, erpresserischen Menschenraubs und versuchter schwerer Erpressung drohen dem mutmaßlichen Entführer bis zu 15 Jahre Haft.

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