Forstenried

21 Fahrräder geklaut: Adrian M. muss ins Gefängnis

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Der Angeklagte Adrian N. (Foto von 2016).

Er bestritt die Tat bis zum Schluss: Ein Mann aus Rumänien muss nun wegen 21-fachem Fahrraddiebstahl hinter Gitter.

München - Sie kamen im Dunkeln mit zwei Transportern – und brachen blitzschnell ein. Insgesamt 21 Fahrräder stahlen Diebe am 19. Januar 2016 in der Forstenrieder Straße und verursachten damit rund 80 000 Euro Schaden. Haupttäter Adrian N. (60) konnte die Polizei später über einen DNA-Abgleich festnehmen. Am Montag musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich habe mit der Sache nichts zu tun“, behauptete der rumänische Bauarbeiter selbst dann noch, als alle Beweise gegen ihn sprachen. Verteidiger Joachim Schwarzenau versuchte sogar noch, den Dieb zur Vernunft zu bringen, aber Adrian N. zeigte sich beratungsresistent. Die Konsequenz: zwei Jahre und neun Monate Haft für den Angeklagten. Was er schließlich mit einem Achelzucken quittierte.

Räder sind teilweise 10.000 Euro wert

Für die Staatsanwaltschaft ist die Sache dagegen ernst: Die Anklagebehörde geht davon aus, dass es sich bei den Radl-Dieben um eine Gruppierung handelt, die in München speziell hochpreisige Räder klaut, um sie Händlern in Rumänien zuzuführen. „Diese Leute kenne ich nicht“, sagte Adrian N. Doch die ihm zur Last gelegten Taten folgen genau dem Muster: Cannondale und Cervelo lauten die Marken vom angeklagten Einbruch, teilweise sind die Räder bis zu 10.000 Euro wert.

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„Ich habe nur eins mitgenommen“, sagte Adrian N. plötzlich im Prozess. Angeblich habe er selbst damit fahren wollen – und gab zu, dass eine Zange bei ihm gefunden wurde. Tatsächlich hatte die Polizei diverses Einbruchswerkzeug bei dem Arbeiter aufgefunden, auf dem er Spuren hinterlassen hatte. Und sogar der Verkäufer im Baumarkt erinnerte sich an Adrian N., als der vor der Tat noch eine Stahlzange gekauft hatte.

Bandeneinbrüche häufen sich

„Diese Einbrüche von Banden häufen sich“, sagte ein Kripo-Beamter im Prozess aus. Zwei Jahre und neun Monate schickte das Amtsgericht kürzlich einen anderen Radl-Dieb in den Knast. Auch er hatte die Tat bestritten – und wollte keinerlei Informationen über mögliche Hintermänner oder Auftraggeber liefern. Diesbezüglich hatte das Gericht sogar ein milderes Urteil in Aussicht gestellt. Doch auch Adrian N. ließ sich gestern Vormittag nicht dazu bewegen, Informationen über die von der Staatsanwaltschaft vermutete Bande preiszugeben. Auch deshalb erhielt er eine vergleichsweise lange Haftstrafe, die sich aber auch durch die hohe Schadenssumme erklärt.

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Andreas Thieme

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