Hellabrunn-Chef Baban schlägt Alarm

Grillfeuer, Müll und Krach: Angst um den Tierpark

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Direktor Rasem Baban auf der Thalkirchner Brücke direkt am Tierpark.
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Und unten raucht’s …
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Was wäre mit Panang & Co., wenn’s brennt?
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Sicherheitsleute fahren Patrouille im Auftrag der Stadt.
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Die Tierparkbrücke von der Isar aus gesehen. Der Tierpark-Chef geht gern in der Früh zum Joggen an die Isar – und macht ab und zu ein paar Fotos.
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Nicht schön, aber sehr eindrucksvoll … Hier zeigen wir eine Auswahl aus seiner Galerie der Müllbilder, entstanden am Montag, 8. Juni, und Sonntag, 5. Juli.
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Der Rest vom Isar-Ausflug: Hier haben Paddler zwei komplette Schlauchboote liegenlassen.
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Dieses Bild bietet sich häufig: Neben Müllsäcken und Flaschen stehen auch verlassene Grills am Fluss.

München - Rasem Baban (49) hat schlimme Bilder im Kopf. Der Hella­brunn-Direktor stellt sich vor, wie das wäre, wenn’s in seinem Tierpark brennen würde. Problem: Das ist nicht irgendein wirrer Albtraum – sondern ein Szenario, das Baban für nur allzu realistisch hält.

Wir treffen ihn auf der Thalkirchner Brücke, direkt neben dem Tierpark, gehen dann runter auf die Kiesbank. Hier beginnt grad die allabendliche Party: mit Musik, mit Bier, mit Grillfeuern. Baban schnuppert den Rauch in der Luft, schaut skeptisch ins Unterholz zwischen Kiesbank und Tierpark-Zaun. Er sagt: „Wenn es ein paar Tage lang richtig heiß ist und nicht regnet, dann brennt das doch wie Zunder.“ Seine Angst: Was würde passieren, wenn ein Brand entsteht? Baban: „Es gibt keine Reaktionsmöglichkeit. Die Feuerwehr könnte zwar löschen, aber was sollen wir mit den Tieren tun? Ich kann ja schlecht die Elefanten freilassen …“

Grillen ist hier auf der Kiesbank zwar erlaubt – allerdings nicht per Lagerfeuer und schon gar nicht in Gehölz-Nähe. Aber: Nicht jeder hält sich dran. Im Auftrag der Stadt kümmern sich Sicherheitsleute darum, dass die Ufer-Partys nicht komplett aus dem Ruder laufen. Ein Strand-Sheriff erzählt: „Mit den meisten kann man reden. Aber fünf bis zehn Prozent der Leute wollen sich die Lage lieber von der Polizei als von uns erklären lassen …“

Die Kollegen von der Feuerwehr sehen zwar „keine eklatant erhöhte Brandgefahr“ für den Tierpark – auf der Kiesbank davor waren sie aber schon mehrfach im Einsatz. Baban: „Allein im Mai war zwei Mal die Feuerwehr da, um brennende Container zu löschen.“ Und: „Wenn’s regnet, machen manche Leute Feuer direkt unter der Thalkirchner Brücke. Ich darf daran erinnern, dass diese Brücke in den 90er-Jahren schon einmal gebrannt hat …“

Aber: Selbst ohne Brand ist die Vollgas-Party ein Problem für Hellabrunn. Baban sagt: „Giraffen sind Fluchttiere. Wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt und den Grillrauch in den Tierpark drückt, werden sie nervös, weil ihr Instinkt sie vor einem Brand warnt.“ Dazu kommt der Lärm: „Laute Musik bedeutet Stress für die Elche, deren Gehege direkt nebenan ist. Manchmal hat man das Gefühl, da ist Techno-Party bis fünf in der Früh.“ Wenn dann irgendwann die Boxen verstummen und der Rauch sich verzogen hat, bleibt eine Müllhalde. Baban: „Die Abfalleimer quellen über, der Wind weht Plastiktüten und Verpackungen in den Tierpark. Sie können sich vorstellen, was passiert, wenn die Tiere den Abfall fressen …“

Am Dienstagabend beschäftigte sich laut Münchner Merkur auch der Bezirksausschuss mit Partys und Müll an der Isar – unter anderem verbunden mit dem Bericht, dass sich die Tierpark-Ziegen im Streichelgehege mittlerweile oft schon nachmittags um drei in den Stall verziehen, weil sie den Rauch nicht aushalten …

Baban betont, dass die meisten Leute an der Isar vernünftig feiern. Aber: Die unvernünftige Minderheit macht ihm mehr als genug Sorgen.

U. Heichele, B. Wenninger

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