"Kinderlärm unzumutbar"

Zu laut! Gericht stoppt Kita-Bau in Solln

+
Spielende Kinder in einer Kita.

München - Der Bau einer Kita in Solln wurde jetzt gestoppt! Grund: Nachbarn hatten wegen des zu erwartenden Kinderlärms geklagt!

Der Neubau steht leer, der Garten verwaist. Die neue Kita in der Herterichstraße (Solln) ist fast fertig: 136 Kinder hätten hier toben und spielen können. Doch jetzt hat das Verwaltungsgericht München die Baugenehmigung aufgehoben – weil Nachbarn wegen des zu erwartenden Kinderlärms geklagt hatten!

Und das in einer Stadt, in der Betreuungsplätze an allen und Ecken fehlen. Für viele Eltern war die neue Einrichtung in der Herterichstraße ein Lichtblick. Doch das Verwaltungsgericht gab den Nachbarn Recht: Der Kinderlärm ist unzumutbar“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Die neue Kita in der Herterichstraße in Solln: Hier hätten 136 Kinder Platz gefunden.

Zwar gelten Geräusche spielender Kinder in der Regel nicht als „schädliche Umwelteinwirkungen“ und sind als sozialadäquat hinzunehmen – das gilt sogar für größere Einrichtungen in einer Wohngegend. Im Fall der Kita an der Herterichstraße stellte das Gericht aber einen Ausnahmefall fest. Das Wohnhaus der Kläger steht nur wenige Meter von der gemeinsamen Grundstücksgrenze auf Höhe der 1700 Quadratmeter großen Freispielfläche. Hier sollte zwar eine zwei Meter hohe Sicht- und Schallschutzwand den Lärm abschirmen.

Trotzdem die Meinung des Gerichts: Wenn man von 100 spielenden Kindern auf der Freifläche ausgeht, ergebe sich eine unzumutbare Geräuschkulisse. Das gelte vor allem für die Räume im Obergeschoss, in dem die Zimmer von Schulkindern liegen.

Fazit des Gerichts: „Die Baugenehmigung verstößt gegen das Gebot der Rücksichtnahme.“

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Starkbier-Wahnsinn: Mehr Gäste und Gaudi – Anwohner genervt
Starkbier-Wahnsinn: Mehr Gäste und Gaudi – Anwohner genervt
Auf Streife: Münchner Polizeiinspektionen im Portrait
Auf Streife: Münchner Polizeiinspektionen im Portrait
Betrüger terrorisieren Münchnerin und erbeuten 1,2 Millionen Euro
Betrüger terrorisieren Münchnerin und erbeuten 1,2 Millionen Euro
Im Internet: Münchner können jetzt unsichere Orte melden
Im Internet: Münchner können jetzt unsichere Orte melden

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare