Es feht auch Personal

Bauliche Mängel:  Schließt Thalkirchens einzige Krippe?

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Die Eltern und Kinder der Krippe in der Maria-Einsiedelstraße sind traurig – bald sollen die Krippe nach Sendling umziehen.

München - Die Eltern von 58 Thalkirchner Kindern sind sauer: Die einzige Krippe im Stadtteil, untergebracht in einer Jugendstilvilla in der Maria-Einsiedel-Straße, soll nach 41 Jahren schließen.

Als Grund führt der Betreiber – der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) – Personalmangel und bauliche Mängel an.

„Fakt ist, dass die Krippe mit vier Gruppen zwar personell am Limit ist, aber funktioniert und dass die Umbauarbeiten nicht zwingend nötig sind oder stufenweise durchgeführt werden könnten“, so Mutter Susanne Schultheiß zur tz. „Die Krippe ist eine der schönsten Münchens, eine Institution mit großem Garten, Terrassen und allem was das Kinderherz begehrt!“ Gestern Abend sollten die Eltern offiziell informiert werden. „Kurz vor den Sommerferien, damit keiner reagieren kann“, echauffiert sich Schultheiß. Die Infos sickerten schon vorher durch. Plan ist, die vier Gruppen zu drei zusammenzulegen und in eine 2013 errichtete Krippe des SkF am Harras umzusiedeln.

Der SkF erklärt die Umzugspläne so: „Der anhaltende Personalmangel an Erzieherinnen zwingt den SkF München zur Zusammenlegung seiner Kinderkrippen in Thalkirchen und Sendling.“ Schon im Frühjahr sei in Thalkirchen eine Gruppe geschlossen worden. Von den vier 2013 fertiggestellten Gruppenräumen am Harras sei nur einer in Betrieb, da man kein Personal habe finden können. „Unsere Personaldecke ist inzwischen so dünn, dass die Gefahr besteht eine weitere Gruppe schließen zu müssen, wenn eine Mitarbeiterin längerfristig ausfallen würde“, erklärt Elke Prumbach, Geschäftsführerin des SkF München.

Hinzu käme, dass die Räume der Thalkirchner Kinderkrippe nicht mehr aktuellen Standards entsprächen. Bei einer Begehung durch das zuständige städtische Referat für Bildung und Sport seien „Mängel in Bezug auf Gefährdung des Kindeswohls festgestellt“ worden, die bald behoben werden sollen. Außerdem könne man bei der räumlichen Nähe der Gruppen auf Personalausfälle flexibler reagieren. Man habe den Elternbeirat der Krippe Anfang August informiert, der Umzug sei für den 1. Januar 2016 geplant. Johannes Welte

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