Ausbildung der Feuerwehrler in Obersendling

Die tz zu Besuch in der Schule der Lebensretter

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Schule der Lebensretter

München - Wohnungsbrand, Küchenbrand, Werkstattbrand: In der Brandsimulationsanlage der Feuerwehrschule an der Aidenbachstraße proben die Feuerwehrler den Ernstfall. Die tz  zeigt, was die Azubis hier lernen.

Die Übung ist vorbei: Der ganze Raum ist schwarz, es riecht nach Gas. Manche Stellen sind bis zu 1000 Grad heiß, Flammen lodern. Doch innerhalb von 20 Sekunden erlischt die Feuerhölle: Das Gas wird abgedreht, die Not­-Entrauchung eingeschaltet. Zurück bleibt der Geruch von Feuer und Gas.

Hier soll der Neubau entstehen.

Die Simulationsanlage wurde 2000 nachgerüstet. Die Übungshalle, zu der sie gehört, stammt aus dem Jahr 1968. „Unsere Ausbildung ist gut, doch es gibt deutlichen Optimierungsbedarf. Wir müssen viel improvisieren“, sagt Brandoberrat Georg Weber (58), Leiter der Schule. Deshalb fordern die Feuerwehrler einen Neubau. Auch, weil es zusätzlich zu den Räumen in Obersendling weitere in Pasing gibt – also verstreut und deshalb unpraktisch. SPD und CSU fordern in Stadtratsanträgen, ein neues Schul- und Übungsgelände zu bauen und die Schulen zusammenzuführen. Besonders die Übungshalle ist in baulich schlechtem Zustand.

2000 wurde die Schule bei laufendem Betrieb saniert, ein Neubau wäre jetzt auch bei laufendem Betrieb möglich. Weber stellt sich vor, dass die neue Übungshalle auf einem Grünstreifen direkt vor der Schule in Sendling entsteht. Kommunal- und Baureferat waren schon vor Ort, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Üben in den Flammen

Schule der Lebensretter

Die Brandsimulationsanlage setzt die zukünftigen Feuerwehrler mit Gasfeuer, Lautsprecherlärm und dichtem Rauch dem Stress aus, den sie bei einem Brand haben. Im Notfall ist alles in 20 Sekunden entraucht. Rundes Foto links: die aktuellen Kursteilnehmer.

Keine Angst vor Höhe

26 Wochen dauert der Grundlehrgang der Feuerwehrschüler, insgesamt zwei Jahre die ­Ausbildung für den gehobenen Dienst. Jeder Bewerber muss schon einen Beruf erlernt haben. Hier lernen und üben die Feuerwehrschüler den Brustbund, auch bekannt als Rettungsknoten. Am 37 Meter hohen Turm geht’s ums Klettern mit unterschiedlichen Leitern und ums Abseilen. Im Turm verläuft ein Schacht: Da muss jeder durch.

Für die Luft zum Atmen

Nach jeder Übung und jedem Einsatz müssen die Feuerwehrler in der Atemschutzwerkstatt ihre Geräte prüfen und reinigen. Beim Einsatz hält die Atemluft in den Flaschen für etwa 30 Minuten. Die Einsatzzeit wird vom Maschinist des Hilfeleistungslöschfahrzeuges überwacht.

Der Chef hat den Überblick

Brandoberrat Georg Weber in der Übungshalle: Hier steht ein Tank, um die Rettung von jemandem zu üben, der beim Reinigen bewusstlos wird. Eine 4 Meter tiefe Grube, um die Bergung von Verschütteten nachzustellen und Schulfahrzeuge, die im Notfall Einsätze fahren.

Jasmin Menrad

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