Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

Initiative gegen Nachverdichtung

Platzt Fürstenried-West womöglich bald aus allen Nähten?

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Kampf gegen Nachverdichtung in Fürstenried Demo der Bürgergruppe Fort-Kasten-Allee.

In Fürstenried-West wird es bald zappenduster. Das befürchten zumindest die dort angesiedelten Bewohner, wenn die Pläne der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) Realität werden.

München - Wie vor einigen Monaten berichtet, plant die BVK in der Siedlung um die Appenzeller Straße eine Nachverdichtung von beispiellosem Ausmaß. Der Plan: In dem Gebiet mit derzeit etwa 1500 Wohnungen sollen 600 weitere dazukommen. Zehn Neubauten sind geplant - unter anderem vier 15-stöckige Wohntürme! Die Bestandsbauten sind maximal acht Stockwerke hoch. Ein Wohngebäude soll abgerissen und durch einen der neuen Türme ersetzt werden. Vorgesehen sind zudem 15 Aufstockungen um ein bis zwei Stockwerke auf bestehende Häuser und zwei Anbauten an Wohngebäude. 

„Die Planungen sind skandalös! Sieben bis zehn Jahre Baustelle - im Bestand“, schimpft Anwohner Andreas Art, der auch im Vorstand der Bürgerinitiative Pro Fürstenried ist. Auch Bewohner Eugen Dohmen graut es: „Wenn der Anbau kommt, schauen wir auf eine Wand in circa vier Metern Abstand zum Küchenfenster. Wir werden zubetoniert!“ Das Ehepaar Sälzler wohnt seit 1969 in der Forst-Kasten-Allee 125 (kleines Foto). Dieses Haus soll abgerissen werden - das Ehepaar müsste umziehen. Hildegard Sälzler ist verzweifelt: „Ich bin 83. Das kann man mit uns nicht mehr machen!“ 

Anwohner: Das Viertel platzt schon jetzt aus allen Nähten

Die Angst der Anwohner vor Verkehrsproblemen und Versorgungsnotstand ist groß. „Schon jetzt sind unsere Straßen von Pendlern zugeparkt, die U-Bahn ist überlastet“, sagt Art. Auch die Schulen seien bereits proppevoll. „All das hätte man vorher bedenken müssen“, kritisiert Arts Mitstreiter, Architekt Kurt Grünberger. Das Viertel sei für so viel mehr Wohnungen gar nicht ausgelegt. BVK-Pressesprecherin Dr. Maike Kolbeck teilt auf tz-Anfrage mit, dass die mögliche Anzahl der Wohnungen durch ein Gutachten festgelegt worden sei. „Es handelt sich um eine Größenordnung, die dem Viertel zumutbar ist“, so die Sprecherin.

Ein Wohngebäude soll abgerissen und durch einen der neuen Türme ersetzt werden. Vorgesehen sind zudem 15 Aufstockungen um ein bis zwei Stockwerke auf bestehende Häuser und zwei Anbauten an Wohngebäude. 

Auch interessant: Das Gedränge zur Wiesn könnte in Zukunft der Vergangenheit angehören

Bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sieht man Handlungsbedarf in Sachen Verkehr. „Eine Busführung in der Appenzeller Straße in beide Richtungen ist von uns eingefordert, um den Betrieb wie heute gewährleisten zu können“, sagt Sprecher Matthias Korte. Auch der Busbahnhof in Fürstenried-West habe seine Kapazitätsgrenze erreicht. In etwa fünf Jahren könnte es auf der U 3 eine Taktverdichtung geben. Bevor der Bebauungsplan vom Stadtrat beschlossen wird, haben die Bürger nächstes Jahr noch einmal Gelegenheit, ihre Einwände vorzubringen. Grünberger ist gerüstet: „Dann werden wir mit einem Fachanwalt aktiv!“ Die Bürgerinitiative lädt morgen von 9 bis 13 Uhr zu einem Infostand am Schweizer Platz.

Baustellen-Ärger gibt es seit geraumer Zeit auch in Giesing - nach dem illegalen

Abriss des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusls

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Daniela Schmitt

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