Fünf Jahre nach seinem Tod

Dominik Brunner: Sein Vermächtnis ist unsterblich

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Dominik Brunners Grab in Ergoldsbach.

München - Der Tod von Dominik Brunner - genau fünf Jahre ist die unfassbare Tat nun her. Wie es der Familie des Helden von Solln heute geht und was die Täter machen, lesen Sie im großen tz-Report.

Der 12. September 2009 ist ein sonniger Spätsommertag. Es ist kurz vor 16 Uhr, als Dominik Brunner (50) am S-Bahnhof Solln mit zwei jungen Burschen ein Wortgefecht beginnt. Die Schläger hatten kurz zuvor eine Gruppe Schüler bedroht, der Manager aus Ergoldsbach stellt sich schützend vor die Kinder. Dann geht alles blitzschnell: Markus S. (17) und Sebastian L. (18) gehen auf den 50-Jährigen los, prügeln auf ihn ein. Immer wieder. Auch als dieser schon am Boden liegt. Wenig später ist Dominik Brunner tot.

Die Dominik-Brunner-Stiftung zeichnet am Samstag Menschen für Zivilcourage aus.

Die unfassbare Tat – genau fünf Jahre ist sie nun her. „Und dennoch ist seine Zivilcourage nicht vergessen“, sagt Andreas Voelmle, Sprecher der Dominik-Brunner-Stiftung gegenüber der tz. „Viele Menschen unterstützen noch immer unsere Vereinigung, um für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu kämpfen.“ Den Beweis liefert die Stiftung, die unter anderem vom FC Bayern unterstützt wird, am Samstag. Dann werden in der Allianz Arena vor dem Spiel der Bayern gegen Stuttgart 14 Vorbilder für Zivilcourage ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch die 15-jährige Paulina Hoppe aus München, die sich auf der Tierparkbrücke schützend vor einen Mann stellte, als dieser von vier Schlägern angegriffen wurde (tz berichtete). „Dieser Mut, diese Hilfsbereitschaft war beeindruckend“, so Andreas Voelmle.

Am Bahnsteig in Solln erinnert eine Gedenktafel an die schreckliche Tat. Längst erinnert auch eine Straße an den Helden von 2009.

Das Vermächtnis des Dominik Brunner – es lebt weiter. Mittlerweile gibt es auch in Landshut eine Straße, die nach dem Helden benannt wurde. Noch immer legen Freunde und Verehrer Blumen auf das Grab des 50-Jährigen in Ergoldsbach. Wie es der Familie des Helden von Solln heute geht und was die Täter machen, die damals unter anderem wegen Mordes verurteilt wurden, lesen Sie im großen tz-Report.

Jahrestag Mordfall Brunner: Gedenken am Tatort

Jahrestag Mordfall Brunner: Gedenken am Tatort © dpa
Besucher einer Andacht legen am Sonntag in München am Bahnhof Solln Kerzen an einem Kreuz nieder. Vor einem Jahr ist der Manager Brunner an diesem Bahnhof zusammengeschlagen und getreten worden, nachdem er eine Gruppe Schüler beschützen wollte. © dpa
Die Kinder Kai (l-r) und Caroline, der evangelische Pfarrer Christian Wendebourg, der katholische Dekan Andreas Weiger und der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis stehen am Sonntag in München am Bahnhof Solln nach einer ökumenischen Andacht neben einem Kreuz. © dpa
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, r-l) und der Präsident des FC Bayern und Kuratoriumsvorsitzende der Dominik Brunner Stiftung, Uli Hoeneß nehmen am Sonntag in München am Bahnhof Solln an einer ökumenischen Andacht Teil. © dpa
Der Präsident des FC Bayern und Kuratoriumsvorsitzende der Dominik-Brunner-Stiftung, Uli Hoeneß nimmt am Sonntag in München am Bahnhof Solln an einer ökumenischen Andacht Teil. © dpa
Der Präsident des FC Bayern und Kuratoriumsvorsitzende der Dominik-Brunner-Stiftung, Uli Hoeneß nimmt am Sonntag in München am Bahnhof Solln an einer ökumenischen Andacht Teil. © dpa
Die Kinder Kai und Caroline tragen am Sonntag in München am Bahnhof Solln nach einer ökumenischen Andacht ein Kreuz zum Bahnsteig, wo Sicherheitskräfte stehen, hinter ihnen gehen der evangelische Pfarrer Christian Wendebourg (2. Reihe l-r), der katholische Dekan Andreas Weiger, der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, 3. Reihe, M). © dpa
Die Kinder Kai und Caroline tragen am Sonntag in München am Bahnhof Solln nach einer ökumenischen Andacht ein Kreuz zum Bahnsteig, hinter ihnen gehen der evangelische Pfarrer Christian Wendebourg (2. Reihe l-r), der katholische Dekan Andreas Weiger, der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, 3. Reihe, M). © dpa
Die Kinder Kai und Caroline tragen am Sonntag in München am Bahnhof Solln nach einer ökumenischen Andacht ein Kreuz zum Bahnsteig, hinter ihnen gehen der evangelische Pfarrer Christian Wendebourg (2. Reihe l-r), der katholische Dekan Andreas Weiger, der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, 3.Reihe, M). © dpa
Ein Kreuz und Ringe aus bunten Glasscherben liegen am Sonntag in München am Bahnhof Solln vor einer ökumenischen Andacht auf dem Boden. © dpa
Ein Kreuz und Ringe aus bunten Glasscherben liegen am Sonntag in München am Bahnhof Solln vor einer ökumenischen Andacht auf dem Boden. © dpa
Ein Kreuz und Ringe aus bunten Glasscherben liegen am Sonntag in München am Bahnhof Solln vor einer ökumenischen Andacht auf dem Boden. © dpa
Ein Kreuz und Ringe aus bunten Glasscherben liegen am Sonntag in München am Bahnhof Solln vor einer ökumenischen Andacht auf dem Boden. © dpa

So geht es dem Vater

Oscar Brunner hat nie groß über den Tod seines Sohnes gesprochen – zu schmerzvoll war der Verlust: „Ich habe meiner Ehefrau zudem damals versprochen, dass ich nichts zu dieser Tat sage“, erklärt der 85-Jährige gegenüber der tz. „Und das möchte ich auch einhalten.“ Seine Gattin starb 2011, liegt neben dem geliebten Sohn begraben. Oscar Brunner lebt nun alleine in dem Haus in Ergoldsbach. Sein fleißiger Sohn arbeitete einst als Vorstandsmitglied in der Dachziegelfirma, die sein Vater mit aufgebaut hatte. Er lebte auch bei seinen Eltern, das Verhältnis war sehr innig. Die Brunners sind in Ergoldsbach immer eine hochgeachtete Familie gewesen. „Sehr freundliche und engagierte Menschen sind das“, sagt eine Anwohnerin. Eins ist sicher: Auch heute werden viele Blumen auf das Grab des Getöteten legen.

Ein Täter ist schon wieder auf freiem Fuß

Am 6. September 2010 sind die beiden Schläger nach zwölf Verhandlungstagen und mehr als 50 vernommenen Zeugen verurteilt worden. Der zur Tatzeit 18 Jahre alte Haupttäter Markus Sch. (Foto rechts) erhielt wegen Mordes und versuchter räuberischen Erpressung eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten. Sebastian L. (damals 17 Jahre) wurde vom Landgericht München I wegen versuchter räuberischer Erpressung und Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt – und ist seit Juli 2014 wieder auf freiem Fuß (tz berichtete). Im Knast machte er eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, jetzt möchte er sich im Raum München ein neues Leben aufbauen. Markus Sch. hingegen sitzt derzeit in

der JVA Ebrach (Oberfranken) seine Strafe ab.

age/jam

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