Freude im Tierpark

Eisbär Yoghi ist wieder daheim in Hellabrunn

Stuttgart/München - Die Stuttgarter Bärin Corinna ist wieder allein. Eisbär Yoghi war seit März zu Besuch, um für Nachwuchs zu sorgen. In München freut man sich über die Heimkehr. 

Stuttgart/München - Ihre Liaison dauerte keine sieben Monate: Der Münchner Eisbär Yoghi hat Stuttgart und die Eisbärin Corinna verlassen. „Das war von Anfang an so geplant“, sagte die Raubtier-Kuratorin des Stuttgarter Zoos Wilhelma, Ulrike Rademacher. Yoghi wurde am Dienstag zurück in den Münchner Tierpark Hellabrunn gebracht.

Zwar müsse sich das Tier noch in seiner Schlafbox erholen, den Transport habe der Bär aber laut einer ersten Rückmeldung aus München gut überstanden, berichtete ein Sprecher der Wilhelma. Dort wartet man nun gespannt, ob das Ziel der Eisbär-Ausleihe erreicht wurde. Yoghi sollte in Stuttgart vor allem eins: für Nachwuchs sorgen. Ob Corinna tatsächlich schwanger ist, lasse sich wohl erst in einigen Wochen erkennen. „Wir müssen jetzt einfach abwarten“, sagte Rademacher.

„Die Münchner lieben ihren Yoghi, und es ist wunderbar, dass er wieder hier ist“, sagte Rasem Baban, Direktor in Hellabrunn. Die Münchner Eisbärenzwillinge Nela und Nobby sind derzeit gemeinsam mit ihrer Mutter Giovanna auf der Tundra-Anlage der Polarwelt untergebracht, getrennt durch ein Schiebetor und ein Kontaktgitter von der Felsenanlage, die Papa Yoghi vorerst bewohnen wird.

Schon in den vergangenen drei Wochen waren Yoghi und Corinna auf der Stuttgarter Anlage getrennt gewesen. „Eisbären sind Einzelgänger und jetzt beginnt auch in freier Wildbahn die Zeit, in der sich Männchen und Weibchen komplett aus dem Weg gehen“, betonte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin.

Und wie kam Corinna mit dem satte 477 Kilo schweren Yoghi klar? „Im Frühjahr wurden Paarungen beobachtet“, so Kölpin, „darüber hinaus sind sich die beiden Bären meistens aus dem Weg gegangen“. Bei Eisbären sei das Ganze nun mal „völlig unromantisch“, erklärte Rademacher. Männchen und Weibchen kämen nur zusammen, wenn das Weibchen paarungsbereit sei. „Es geht nur um Fortpflanzung.“

Der Hintergrund der geplanten Liaison in Stuttgart ist tragisch: Corinnas eigentlicher Partner Anton ist gestorben, nachdem er einen Besucher-Rucksack samt Jacke und Stoffpuppe verschluckt hatte, der in sein Gehege gefallen war.

Corinna und Anton hatten Ende 2007 dem Stuttgarter Zoopublikum das Eisbärbaby Wilbär geschenkt. Ihr Nachwuchs lebt inzwischen in Schweden. Nach Knut in Berlin und zeitgleich mit Flocke in Nürnberg stand Wilbär für eine Eisbär-Euphorie in Deutschland.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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