Kleine Sensation

In Hellabrunn: Giovannas Zwillinge sind da

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Giovanna hat Nachwuchs bekommen. Diese Aufnahme ist aus einer Überwachungskamera aus dem Mutter-Kind-Haus.

München - Die Zwillinge sind da! Eisbärin Giovanna hat Nachwuchs bekommen. Die Aufnahmen aus dem Mutter-Kind-Haus zeigen spektakuläre Aufnahmen.

Auf dieses Bild haben die Pfleger und tausende Freunde des Münchner Tierparks lange gewartet: Giovanna ist Mutter, in Hellabrunn gibt es Eisbären-Nachwuchs.

Am Montagmorgen zeichneten die Überwachungskameras im Mutter-Kind-Haus der Hellabrunner Polarwelt jene Szenen auf, die damit wahrscheinlich weltweit zum ersten Mal in Farbe dokumentiert sind: Die siebenjährige Eisbärin bringt in einer der Boxen das erste Junge zur Welt – ein winziges, kaum 400 Gramm schweres Etwas, mausgrau und blutverschmiert. Behutsam nimmt Giovanna nach der Blitzgeburt das blinde und taube, völlig hilflose Tierbaby ins Maul und trägt es zwischen ihren mächtigen Reißzähnen in die Nachbarbox, die ihr offenbar als Kinderstube besser geeignet erscheint. Geduldig leckt die Bärin das Erstgeborene dort ab. Nach einer Stunde, als Baby Nummer eins dank dieser Zuwendung immer weißer und flauschiger wird, kommt das zweite Junge zur Welt – dank des für Eisbären typischen immensen Größenunterschieds zwischen Mutter und Kind ebenfalls schnell und komplikationslos.

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem ist begeistert: „Ein Doppelpack Eisbärglück in der Vorweihnachtszeit! Mehr können sich ein Zoodirektor und sein Team doch gar nicht wünschen.“ Er hofft nun, „dass sich Giovanna weiterhin so fürsorglich um ihre Eisbärbabys kümmert“, denn in der ersten Woche ist die Sterblichkeit bei Eisbären so hoch wie bei kaum einer anderen Säugetierart.

Immerhin: Die erste Hürde haben die beiden noch namenlosen Winzlinge genommen: Ihre Mutter hat sie angenommen, und sie macht bisher alles richtig. Nun muss sich der eigens für diesen Zweck gestaltete Anlagenteil bewähren, in dem Giovanna ihre Babys den Winter über völlig ungestört säugen kann – so, wie sie es in freier Natur in einer Schneehöhle machen würde.

Wenn alles gut geht, kommt voraussichtlich im März der große Moment, in dem Giovanna ihre Kinder zum ersten Mal ins Gehege führt. Dann steht Hellabrunn ein ähnlicher Besucheransturm bevor wie einst in Berlin, als Knut geboren wurde. Doch während Knut , von der Mutter nicht angenommen, von einem Pfleger aufgepäppelt wurde, hofft man in Hellabrunn, zusehen zu können, wie eine Eisbärenmutter ihren Nachwuchs großzieht. Pech für Vater Yoghi (14): Er wird auf Schmuse- und Streicheleinheiten wohl in einem separaten Gehegeteil warten müssen, bis der Nachwuchs aus dem Gröbsten raus ist. Auch in freier Natur gehen Eisbärenmütter den Männchen sorgsam aus dem Weg.

Zweimal schon, 2011 und 2012, hatte sich Giovanna im Herbst ins Mutter-Kind-Haus zurückgezogen und Hoffnungen auf Nachwuchs geweckt. Im Januar war sie dann solo zurückgekehrt. Jetzt, im dritten Anlauf, lässt sie Träume wahr werden.

Peter T. Schmidt

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