Von München nach Heidelberg

Elefanten-Umzug: So lief Ludwigs Reise nach Heidelberg

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Ludwig ist in Heidelberg angekommen. Auch das erste Treffen mit den neuen Mitbewohner lief gut. Die neue Anlage erkundet er erst einmal alleine. 

München/Heidelberg -  Schwertransport der anderen Art: Am Dienstag ist Elefantenbulle Ludwig aus dem Tierpark Hellabrunn in einem Spezial-LKW nach Heidelberg umgezogen. Dort wartet eine Junggesellen-WG auf ihn.

Am Dienstag gab es einen Sondertransport von München nach Heidelberg: Der 1,6 Tonnen schwere Elefantenbulle Ludwig zog in einem Spezial-Lkw in die Elefanten-Junggesellen-WG im Zoo Heidelberg um. Wie der Tierpark Hellabrunn am Mittwoch mitteilte, lief beim Umzug alles bestens.

In einem umgebauten Übersee-Container, der auf einen Lkw verladen wurde, reiste Ludwig nach Baden-Württemberg. Für den Spezialtransporteur Roy Smith von der Firma InterZoo aus Walsrode (Niedersachsen) ist so etwas seit Jahrzehnten Tagesgeschäft,  für die reisenden Tiere und die Tierpfleger ist es eine aufregende Unternehmung. Drei Elefantenpfleger aus dem Tierpark Hellabrunn begleiteten Ludwig auf der Fahrt und bleiben die ersten Tage bei ihm in Heidelberg, um ihm die Eingewöhnung in die Gruppe der drei Junggesellen Gandhi (9 Jahre), Khin Yadanar Min (5) und Tarak (9) zu erleichtern.

Rosa Brille: So läuft ein Elefanten-Umzug

Schon um 6 Uhr morgens wurde vor dem Hellabrunner Elefantenstall ein Kran aufgestellt, der den Container für Ludwig absetzte. Ludwig bekam von den Tierärzten die sogenannte rosa Brille aufgesetzt: Sie gaben ihm ein leichtes Beruhigungsmittel, damit er die Vorbereitungen für den Transport mitmacht und die Reise im Lkw gut verkraftet.

Gegen 7 Uhr wurde dann die Tür des Elefantenstalls geöffnet, davor stand der Container bereit. Dank geduldigen Zuredens seiner Pfleger ging Ludwig innerhalb weniger Minuten in die Kiste. Um 7.45 Uhr wurde dann der Container samt Ludwig mit einem Kran dann auf einen Tieflader geladen. Um 8.23 Uhr rollte der elefantöse Sondertransport aus dem Tor 9 des Münchner Tierparks und los ging's in Richtung Autobahn.

Nach einer etwa siebenstündigen Fahrt mit mehreren Pausen kam Ludwig dann um 15.40 Uhr im Zoo Heidelberg an. Dort wurde er natürlich schon erwartet: Der Kran stand bereit, um die schwere Kiste behutsam vor dem Eingang zum Elefantenhaus abzustellen. Für Ludwig schien es eine ruhige Fahrt gewesen zu sein – ein Blick ins Innere der Box zeigte, dass Ludwig geschlafen hatte und gerade erst aufgestanden war.

Die Tierpfleger aus München werden während der ersten Tage in Heidelberg beobachten, wie er sich mit seinen neuen Mitbewohnern in der Heidelberger Jungbullen-WG anfreundet. Als Kleinster und Jüngster in der Gruppe wird er sicher sehr schnell auch die Herzen der Heidelberger gewinnen.

Das sind Ludwigs neue Kumpels

Im Zoo Heidelberg erwartet man, dass der neunjährige Gandhi nach dem Auszug des bisherigen Leitbullen Voi Nam die Führung bei den Jungbullen übernehmen wird. Er ist besonders dominant und zeigt deutlich seinen Anspruch auf diese Position.

Der gleichaltrige Tarak ist eher defensiv, wenn es um Machtspielchen geht. Vermutlich wird Ludwig im fünfjährigen Khin Yadanar Min einen nahezu ebenbürtigen Mitspieler finden.

Um die Zucht Asiatischer Elefanten erfolgreich weiterzuführen, wird Ludwig im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in Heidelberg seine Pubertät verbringen und weiter ausgebildet, bevor er später seine Rolle als Zuchtbulle in einem anderen Zoo übernehmen kann. Dazu ist es besonders wichtig, dass die Junggesellen eine gewisse Sozialkompetenz erlernen, um sich später in einer größeren Herde zum Oberhaupt zu entwickeln.

Der Tiergarten Heidelberg hat sich schon 2010

Auf den Elefanten wartet in Heidelberg eine etwa 3000 Quadratmeter große Anlage.

entschieden, Elefanten-Jungbullen, die nach ein paar Jugendjahren den jeweiligen Familienverband verlassen müssen, bei sich aufzunehmen. Dafür wurde ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufigem Freibereich für bis zu vier Jungbullen errichtet. Auf einer Gesamtfläche von etwa 3000 Quadratmetern vergnügen sich seit Sommer 2010 die Junggesellen unter anderem beim Bad im großzügigen Innenpool und auf dem weitläufigen Außenterrain.

Anfang des Monats hatte Elefant Voi Nam im Alter von 13 Jahren die Wohngemeinschaft verlassen, um in seinem Geburtszoo in Leipzig in der dortigen Elefantengruppe seine Rolle als Zuchtbulle zu übernehmen. Um einen optimalen Ersatz für den freigewordenen Platz auszuwählen, hatten sich die Heidelberger Elefantenpfleger den jungen Ludwig zunächst vor Ort in München angeschaut. Alle waren sehr gespannt auf das erste Zusammentreffen der vier Elefanten.

Die erste Nacht verlief äußerst entspannt, die Elefanten hatten Gelegenheit, sich durch die abgetrennten Bereiche im Elefantenhaus zu „berüsseln“ und sich gegenseitig zu beschnuppern.

Zoodirektor Rasem Baban hat die Reisevorbereitungen von Elefant Ludwig in den vergangenen Wochen und direkt vor der Abfahrt mit Spannung verfolgt: „Ludwig hat das Training auf seine bevorstehende Reise bestens mitgemacht und während der Transportvorbereitungen bewiesen, was für ein toller Bursche er ist. Wir wünschen ihm für die Zeit in Heidelberg mit seinen neuen Gefährten das Allerbeste. Wir werden ihn sehr vermissen, denn an ihm hängen die Herzen vieler Tierpfleger, Besucher, Elefantenfans und natürlich auch ganz besonders meines.“

In Hellabrunn sind die Damen jetzt unter sich

In Hellabrunner hat die Elefantengruppe jetzt noch vier Mitglieder:

Temi, geboren am 02.11.2001 im Tierpark Berlin, lebt seit 2006 in Hellabrunn. Der Name Temi stammt aus dem Burmesischen und bedeutet Tochter. Die jüngste Elefantenkuh Hellabrunns ist sehr selbstbewusst.

Steffi, geboren 1966 in Indien, lebt seit 1968 in München. Die Ranghöchste der Elefantenherde ist an ihrem schlanken, langen Rüssel gut zu erkennen. Der Rüssel ist zum Teil gelähmt. Steffi kommt aber trotz der Lähmung prima damit klar.

Mangala, geboren 1993 in Indien, ist seit Dezember 1994 in Hellabrunn. Mangala, die zweitjüngste Elefantenkuh in Hellabrunn, ist sehr fürsorglich. Ihr Lieblingsspielzeug ist ein Lkw-Reifen.

Panang, geboren am 13.02.1989, im Zoo Zürich ist seit 1995 in Hellabrunn. Panang ist eine recht kleine und temperamentvolle Elefantenkuh. Ihre Erkennungsmerkmale sind die flatternden Ohren und die glatte Haut ihres Rüssels.

Bilder: Elefantenkind Ludwig feiert Geburtstag

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