Erst Sprengung, dann Paradies

So schön wird das neue Elefantenhaus - Bilder

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Die Elefanten vor dem aktuellen Haus.
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Die Sprengung ist nur für den oberen Teil der Kuppel geplant. Zuständig dafür ist Diplom-Ingenieur Franz Scheitzeneder vom Ingeneurbüro Kraiburg.
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Wenn’s fertig ist, soll das Haus zwei Besucher-Ebenen haben.
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München - Das wird der große Knall von Hellabrunn! Das Elefantenhaus des Tierparks wird komplett renoviert – und dazu braucht’s sogar eine Sprengung!

Das wird der große Knall von Hellabrunn! Das Elefantenhaus des Tierparks wird komplett renoviert – und dazu braucht’s sogar eine Sprengung! Der obere Teil der so genannte Rabitzdecke wird so innerhalb von Sekunden pulverisiert. Das Stahl- und Betongerüst war im Verlauf von fast 100 Jahren baufällig geworden, deshalb ist das Gebäude bereits seit 2010 für Besucher gesperrt. Giraffen und Elefanten haben derweil ein provisorisches Zuhause bekommen.

Seit fast vier Jahren plant man schon an der Sanierung des historischen Gebäudes. Jetzt ist endlich die Entscheidung gefallen: Die Kuppel kommt komplett runter und wird nicht mehr exakt in gleicher Bauweise wiederhergestellt. Der untere Teil soll dagegen konventionell abgetragen und saniert werden. Problem: Die Kuppel steht unter Denkmalschutz, denn das vom Architekten Emanuel von Seidl errichtete Gebäude besitzt eine der ersten freitragenden Betonkuppeln überhaupt. Die Sprengung ist zwar mittlerweile vom Denkmalschutz genehmigt, das Abtragen und der Neubau des unteren Teils dagegen noch nicht. Es wird noch eine Prüfung geben – möglicherweise fällt der Status als Denkmal weg.

So oder so: Das ist ein Mammutprojekt. Auch deswegen, weil man die 100 Jahre alten und teils giftigen Materialien trennen und entsorgen muss. Außerdem braucht’s spezielle Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Tiere und Pfleger. Und, so Übergangs-Chefin Beatrix Köhler: „Wir stehen unter enormem Zeitdruck!“ Bis Ende 2015 soll das neue Elefantenhaus fertig sein. Von außen wird der Laie keinen Unterschied feststellen, innen soll allerdings alles in neuem Glanz erstrahlen – unter anderem mit einer zweiten Ebene für Besucher.

Die Stadt München stellt 15 Millionen Euro für die Bauarbeiten bereit. Der Tierpark geht davon aus, dass diese Summe reicht.

Die Sprengung

Die Sprengung ist nur für den oberen Teil der Kuppel geplant. Zuständig dafür ist Diplom-Ingenieur Franz Scheitzeneder vom Ingeneurbüro Kraiburg. Er erklärt den genauen Ablauf: „Bei der Kuppel werden wir eine sogenannte Lockerungssprengung durchführen.“ Dabei wird der Beton „auf mindestens Fußballgröße zerkrümelt und nach unten fallen“, so Scheitzeneder. Um Erschütterungen gering zu halten, wird Sand (ca. 50 cm hoch) am Boden aufgeschüttet. Der Sprengstoff kommt in ungefähr 2000 Bohrlöcher, Gummimatten werden an den Wänden darunter angebracht. Nach den aufwändigen Vorbereitungen ist die Sprengung selbst nur ein kurzes Spektakel: Nach höchstens zwei Sekunden ist alles vorbei.

Nico Horn

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