Erstmals seit fünf Jahren

Zuckersüß: In Hellabrunn tobt wieder ein Yak-Baby

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Kuschelig: Yak-Baby Pedro ist das erste Jungtier seit fünf Jahren.

München - Frohe Botschaft aus dem Tierpark Hellabrunn: Nach fünf Jahren ist die Baby-Pause bei den Yaks vorbei. Mit Klein "Pedro" tollt jetzt wieder ein Jungtier der vom Aussterben bedrohten Riesen-Rinder durch den Zoo.

Pedro mit Mutter Kat. Noch sucht der Jungbulle die Nähe der Mama. 

Yak-Weibchen Kat war das letzte Kalb der asiatischen Rinderart, das in Hellabrunn im Dezember 2010 zur Welt kam. Jetzt ist Kat selbst Mutter geworden und hat am 10. September bei ihrer Erstlingsgeburt den strammen, kleinen Yak-Bullen Pedro zur Welt gebracht.

Anders als die vier Hellabrunner Yak-Weibchen hat Männlein Pedro kein schwarzes Fell, sondern besticht wie sein erst zweieinhalb Jahre alter Vater Norbu durch sein hell-geschecktes Aussehen. Der kleine Jungbulle hat die letzten Wochen des Münchner Altweibersommers in vollen Zügen genutzt, um ausgelassen über die großzügige Anlage zu tollen und sich lautstark im Grunzen zu üben - wegen ihrer grunzähnlichen Laute werden Yaks auch gerne „Grunzochsen“ genannt.

Bis zu zwei Meter groß und 580 Kilo schwer

Bei seiner Geburt wog Klein-Pedro knapp zwölf Kilogramm, hat jedoch schon mächtig an Gewicht zugelegt. Um die stolze Schulterhöhe von bis zu 2,20 Metern und das Gewicht von bis zu 580 Kilogramm eines ausgewachsenen Bullen zu erreichen, muss er allerdings noch mindestens zwei Jahre ausgiebig fressen und trinken.

Obwohl rund 1,3 Milliarden Rinder die Welt bevölkern, gibt es kaum noch wildlebende. Mehr als 99 Prozent werden als Haustiere gehalten. Unter den wenigen verbliebenen Wildrinder-Arten gilt das Wild-Yak, auch Bos mutus genannt, als stark vom Aussterben bedroht. Der Restbestand, der sich auf West-China und Tibet beschränkt, ist allein in den vergangenen 30 Jahren um über 30 Prozent zurückgegangen.

Yaks sind echte Überlebenskünstler

Bei den Yaks, die weltweit in zoologischen Gärten zu sehen sind, handelt es sich ausnahmslos um Haus-Yaks (Bos grunniens). Die domestizierte Rinderart wird vor allem im Himalaya, der Mongolei und dem Süden Sibiriens gehalten. Sie sind an die dortigen extremen klimatischen Bedingungen angepasst und sehr genügsam, können in den oft unwirtlichen Gegenden mehrere Tage ohne Futter und Wasser auskommen.

Yak-Kot dient als Brennmaterial

Für einen Großteil der dort lebenden Menschen stellt das Haus-Yak nach wie vor die Lebensgrundlage dar, indem es als Lieferant von Fleisch, Leder, Haar, Wolle und besonders nahrhafter Milch dient. Außerdem wird es als Reit- und Transporttier eingesetzt. Und: Selbst der Kot des Yaks findet eine nützliche Verwendung. Er wird auf Hausdächern und Mauern zu Brennmaterial für baumarme Gegenden getrocknet.

mm/tz

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