Ursache geklärt

Fischsterben im Auer Mühlbach: Der Tierpark ist schuld

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Etwa 1000 tote Fische bargen Moritz Gärth (li.) und Sebastian Hanfland von den Isarfischern.

München - Über zwei Monate nach dem Fischsterben im Auer Mühlbach ist die Ursache jetzt geklärt. Wie schon einmal vermutet, ist der Tierpark Hellabrunn der Verursacher. Was genau passiert ist.

1000 tote Fische: Die Ursache für das Fischsterben im Auer Mühlbach ist jetzt geklärt. Wie die Polizei bestätigt, ist beim Reinigen des Robbenbeckens im Tierpark Hellabrunn unabsichtlich chemische Reinigungsmittel in das Wasser gelangt. Grund dafür war ein nicht funktionierendes Pumpenventil.

Die Robben-Anlage liegt nahe dem Auer Mühlbach, der durch den Tierpark fließt. Wie berichtet, bestätigte der Tierpark Hellabrunn Reinigungsarbeiten in der Anlage am Morgen des 4. August. Am selben Tag Mittags bemerkte der Betreiber der Kraemer’schen Kunstmühle, dass im Rechen zahlreiche tote Fische hängengeblieben waren. Der Verein „Isarfischer“, der den Bach zwischen Candidplatz und Tierpark betreut, barg bis zum Abend etwa 1000 tote Fische aus dem Wasser. Polizei, Wasserwirtschaftsamt, Umweltreferat und schließlich auch das LKA nahmen Ermittlungen auf.

Auer Mühlbach: Fischsterben in Zusammen mit Reinigung eines Robbenbeckens?

Dabei ergab sich der Verdacht, dass das Fischsterben im Zusammenhang mit der Reinigung eines Robbenbeckens im Tierpark Hellabrunn stehen könnte. Das Wasser des Beckens wurde am Montag, 03.08.2015, abgelassen. Am Dienstag, 04.08.2015, wurde das Becken unter Verwendung von Chemikalien gereinigt.

Dem Tierpark ist es erlaubt, das Wasser aus dem sogenannten Polarbecken zu einem großen Teil in den Auer Mühlbach einzuleiten. Lediglich das letzte Drittel des Beckeninhalts muss in die Kanalisation eingeleitet werden.

Zur Einleitung in den Bach dient ein Rohr. Der Wasserstandes und die Entleerung des Robbenbeckens werden von einer technische Anlage mit Pumpensystem, Schiebern und Schwimmern überwacht. Ist bei der Entleerung im Becken eine gewisser Füllstand erreicht, soll der Schieber für die Einleitung des Wassers in den Bach durch einen Schwimmer geschlossen werden. Der restliche Inhalt des Beckens wird dann über einen anderen Kreislauf in den Abwasserkanal gepumpt.

Auer Mühlbach: Robbenbecken bekommt moderne Filteranlage

Das Bayerische Landeskriminalamt überprüfte die Anlage an zwei verschiedenen Tagen, dabei wurde festgestellt, dass die Schwimmer für die Steuerung der Pumpen nicht richtig funktionieren. So konnte das Wasser aus dem Becken und auch die zur Reinigung verwendete 13-prozentige Chlorbleichlauge über das Einlassrohr in den Auer Mühlbach gelangen.  

Nach dem Umbau bekommt das Robbenbecken eine moderne Filteranlage. Die Reinigungen, wie sie seit den 70er-Jahren durchgeführt werden, sind dann laut Zoo-Sprecher Daniel Hujer nicht mehr notwendig.

weg/sc/my

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