Anwohner fordern strengere Maßnahmen

Elektrogrills und Ghettoblaster-Verbot am Flaucher?

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Die Anwohner sind verzweifelt: Der BA will nicht jetzt nur der wilden Brutzelei ein Ende setzen, sondern auch ein Verbot von Ghettoblastern an den Isarstränden erreichen.

München - Der Flaucher ist Münchens Grill-Platz Nummer ein: Doch den Anwohnern in Untergiesing und Harlaching stinkt es. Sie fordern jetzt strikte Regeln für den Flaucher.

Feste Grill-Stationen sind in anderen deutschen Städten gang und gäbe. Künftig soll das auch in München so sein. Das schlägt der Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching in einem Antrag vor. Er reagiert damit auf die immer lauter werdenden Klagen von Flaucher-Anwohnern, die sich seit Monaten über massive Belästigungen durch Rauch und Lärm beschweren. Der BA will nicht nur der wilden Brutzelei ein Ende setzen, sondern auch ein Verbot von Ghettoblastern an den Isarstränden erreichen.

Lesen Sie hier: Eine Nacht am Flaucher, dem Münchner Ballermann

Keine Sitzung ohne verzweifelte Bürger. Auch diesmal wieder prangerten mehrere Viertelbewohner im BA Untergiesing-Harlaching die „unhaltbaren Zustände“ am Flaucher an. Eine Frau berichtete, dass sich durch die fast täglich in die Wohngebiete wabernden Rauchschwaden ihr Asthma drastisch verschlechtert habe. Sie erwägt deshalb sogar eine Anzeige gegen die Stadt München.

Was die Bürgerin ebenso wie andere nicht versteht: „Warum werden nicht endlich Immissionsmessungen veranlasst?“ Ihr Vorschlag: Feste Gasgrills mit Münzbetrieb. „Es gibt so etwas in Australien und in Frankfurt, und da funktioniert es gut.“ BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) hatte sich bereits ähnliche Gedanken gemacht. „Ein komplettes Grillverbot ist nicht durchsetzbar. Wir müssen einen Kompromiss finden.“ Ein gutes Beispiel sei ein Pilotprojekt der Stadt Zürich. Dort wurden an den Seeanlagen öffentliche Elektrogrill-Stationen installiert.

Baumgärtner formulierte schließlich einen Antrag, dem der BA geschlossen zustimmte: Die Stadt soll das Grillen mit Holzkohle am Flaucher komplett verbieten und feste Elektrogrills ähnlich wie in Zürich zur Verfügung stellen. Außerdem müsse das Mitbringen von leistungsstarken Musikgeräten unterbunden werden: „Ghettoblaster werden künftig einfach eingezogen“, so Baumgärtners Vorschlag.

Ärger gibt es inzwischen auch am Auer Mühlbach in Harlaching. Dort sind Kleingärtner und Anwohner über die immer größer werdende Zahl von überwiegend jungen Badegästen erbost. Sie warnen vor einer „zweiten Isarpartymeile“ und wollen, dass ein Schild aufgestellt wird, das über die Regeln in dem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet informiert. „Eine wachsende Stadtgesellschaft bringt nun mal Konflikte mit sich“, sagte Baumgärtner. Der BA sprach sich mehrheitlich dafür aus, die Bürgeranträge an die zuständigen Referate weiterzuleiten.

Brigitta Wenninger

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