Rätsel nach Leichenfund am Flaucher

Mord-Opfer Jerzy C.: Hämatome am ganzen Körper

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Die Kripo ermittelt nach dem Leichenfund.

München - Michaela H. ist täglich mit ihrer Hündin am Flaucher unterwegs. Die Spaziergängerin zeigt den Fundort der Leiche und beschreibt die Gegend. Die Polizei bittet um Hinweise nach dem Mord.

Michaela H. zeigt den Fundort der Leiche. Die Kripo ermittelt.

Mit ihrer Labrador-Hündin Leika (2) geht Michaela H. (30) täglich an der Isar spazieren. „Einmal um den Flaucher herum, das ist unsere Runde. Ich mag diese Idylle hier“, sagt die Sendlingerin. Als sie am Dienstag Vormittag aber eine Hundertschaft der Polizei sieht, wird sie stutzig: „Die Beamten haben die ganze Insel abgesucht und am hinteren Ende ein Sperrband um die Bäume gewickelt.“ Denn dort lag am Morgen eine Leiche!

Laut Polizei handelt es sich um den Polen Jerzy C. (50), der als Obdachloser in der Stadt lebte. Er lag nach tz-Informationen nackt unter einer Decke neben einer verwachsenen Grube und hatte Prellungen und Hämatome am ganzen Körper. Ein Putzmann, der dem Polen bei seinen täglichen Reinigungsarbeiten an der Isar begegnete und auch öfter mit ihm sprach, fand seine Leiche gegen 10 Uhr und wählte sofort den Notruf. Die Polizei geht inzwischen von einem gewaltsamen Tod aus und ermittelt wegen Mordes (s. unten)!

Den Tatort am Flaucher kennt Michaela H. gut. „Hier sind öfters mal Obdachlose, sie suchen die Gegend nach Flaschen ab.“ Offensichtlich übernachten sie teilweise aber auch auf der Insel – denn in der Grube erkennt man auch zwei Tage nach der Tat noch deutliche Spuren von einem Lager: Ein kleiner Trampelpfad reicht hinein, in der Mitte ist das Gebüsch plattgelegen, daneben liegt eine Schnapsflasche. Nur drei Meter links davon befindet sich eine Feuerstelle. „Hier haben sich die Obdachlosen gewärmt und gekocht“, so Michaela H. Trotz Regen sind dort noch Ruß- und Aschereste zu erkennen.

Mittwoch Mittag sitzen wenige Meter entfernt schon wieder Familien auf der Flaucherinsel. Von dem Leichenfund hatten sie noch nichts gehört. Die Polizei versucht nun, das Mordrätsel aufzuklären.

Andreas Thieme 

Das sagt der Mordkommissions-Chef

Ein Streit unter Obdachlosen? Ein Raub? Oder gar ein Sexualdelikt? Auf der Suche nach dem Motiv und dem mutmaßlichen Mörder des 50-Jährigen Obdachlosen Jerzy C. ist die Mordkommission (Tel. 089/2910-0) nun auf Hinweise angewiesen. Kriminaloberrat Markus Kraus: „Wir suchen dringend Leute, die den Getöteten gekannt haben und etwas über seine Gewohnheiten wissen.“ Seine Geldbörse und seine Papiere wurde unangetastet gefunden: „Wir wissen aber nicht, ob nicht vielleicht doch etwas fehlt.“ Die Insel und große Teile des Flauchers wurden noch am Dienstag von der Einsatzhundertschaft abgesucht, verschiedene Gegenstände ins Kriminallabor gebracht. „Dort wird sich erweisen, ob sie tatrelevant sind.“ Jerzy C. starb an den Folgen „stumpfer Gewalt“, wurde also vermutlich erschlagen.  

dop

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