Silberrücken Roututu gestorben

Gorilla-Drama: "Die Weibchen sind verstört"

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Trauer im Affenhaus (l.): Clan-Chef Roututu (r.) ist völlig überraschend gestorben.

München - Trauer in Hellabrunn: Im Alter von gut 40 Jahren starb Silberrücken Roututu, das Oberhaupt des Münchner Gorilla-Clans.

Der Platz an der Scheibe ist leer. Vorn links im Hellabrunner Gorilla-Gehege: Hier saß Silberrücken Roututu am liebsten, von hier aus schaute er seiner Familie zu und drehte ab und zu den Kopf, um die Besucher zu beäugen. Bis zum Samstag: Im Alter von gut 40 Jahren starb das Oberhaupt des Münchner Gorilla-Clans. Tierparkdirektor Rasem Baban sagt: „Roututus Tod ist nicht nur ein herber Verlust für die so wichtige Erhaltungszucht dieser bedrohten Tierart. Er trifft uns auch persönlich und macht uns sehr traurig, denn dieses Tier war eine echte, Achtung gebietende Persönlichkeit.“

Roututu war plötzlich zusammengebrochen, nachdem er am Samstagabend noch gefressen hatte. Die leitende Tierärztin Dr. Christine Gohl sagt: „Die Pfleger haben mich sofort gerufen. Vier Minuten später war ich vor Ort und habe alles versucht, aber es war nichts zu machen.“

Eine Obduktion am Institut für Tierpathologie der Ludwig-Maximilians-Universität zeigte: In kürzester Zeit waren rund zwei Liter Blut in den Herzbeutel geflossen. Dadurch konnte der Herzmuskel nicht mehr pumpen. Mögliche Ursache: ein Tumor an der Herzbasis.

Roututu war 1974 aus Kamerun nach München gekommen. Er war damals im Alter von rund einem Jahr gefangen worden. In Freiheit werden Gorillas normalerweise um die 40 Jahre alt, in Gefangenschaft können sie auch älter werden.

Der Hellabrunner Gorilla-Clan – drei Weibchen und ein Mädchen – sind nun herrenlos: Erst vor kurzem hat der Zoo seine zwei jungen Männchen nach Frankreich abgegeben. Sprecherin Ellen Stähr: „Die weiblichen Gorillas sind verstört. Sie suchen Roututu, er fehlt ihnen.“ Jetzt sucht der Tierpark ein neues Männchen.

Roututus Tod: Für Hella­brunn ist es nicht die erste schlimme Nachricht in der jüngeren Vergangenheit:

  • Im Dezember 2012 starb Schimpanse Toni (51) – er hatte Darmblutungen bekommen.
  • Im Juli 2012 war Püppi (19) im Wassergraben ertrunken – möglicherweise angelockt durch Futter.
  • Elefanten-Baby Lola wurde nur drei Monate alt. Ihr Herz war zu schwach für ihren Körper.

Uli Heichele

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