Leiche nach Brand in Fürstenried entdeckt

Gruseltat: Ließ Salam S. seinen Mörder selbst herein?

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Im 2. Stock barst das Fenster.

Wegen eines Brandes eilte die Feuerwehr in den Luganoweg. Dort machten die Retter eine grausame Entdeckung: Sie fanden die Leiche von Salam S. Der Fall gibt Rätsel auf.

München - Der Anblick erschreckte die Rettungskräfte zutiefst: Bei einem Zimmerbrand im zweiten Stock des Wohnblocks im Luganoweg (Fürstenried) fand die Feuerwehr am Montag um 22.40 Uhr im Wohnzimmer die grauenhaft zugerichtete Leiche eines Mannes. Neben dem Toten quietschte – völlig absurd – ein angesengtes, elektronisches Kinderspielzeug. Nach der Obduktion steht nun fest: Es war Mord! Das bestätigte am Mittwoch der Chef der Münchner Mordkommission, Markus Kraus.

Das Opfer – der Deutsch-Iraker Salam S. (35) – wurde offenbar am Sonntagabend in seiner Wohnung erschossen. Er betrieb zuletzt ein Dienstleistungsgewerbe für Supermärkte und hatte zehn Mitarbeiter, die in Läden Regale auffüllten. Seine langjährige Freundin und Lebensgefährtin Alexandra L., eine Russin, erreichte die schlimme Nachricht in St. Petersburg. Dort zeigte sie dem Söhnchen (6) gerade ihre Heimat. Ursprünglich hatte sie geplant, Ende Mai wieder nach München zurückzukehren.

Der Hintergrund des Mordes ist noch unklar. Salam S. kam im Jahr 2002 auf der Flucht vor dem Krieg im Irak nach München. Im Jahr 2007 zog er zu Alexandra L. in deren Fürstenrieder Wohnung. 2011 kam das Kind zur Welt. Die Wohnung im Luganoweg war zugleich auch Salam S.’s Firmensitz. Er hatte es mit viel Fleiß zu bescheidenem Wohlstand gebracht und besaß sogar einen kleinen Fuhrpark: Zwei BMW und ein Opel Vectra. In der Nachbarschaft war die Familie sehr beliebt.

Hausbewohner hörten Schüsse

Am Sonntagabend riefen Hausbewohner um 22.40 Uhr und dann noch einmal gegen Mitternacht unabhängig voneinander die Polizei. Alle hatten angeblich im Treppenhaus mehrere Schüsse gehört, die sich jedoch nicht genau lokalisieren und zuordnen ließen. Zudem stand nicht fest, ob es wirklich Schüsse waren. So zog die Polizei unverrichteter Dinge wieder ab.

Beamte der Kripo und Spurensicherung.

Genau 24 Stunden später riefen Hausbewohner die Feuerwehr, weil dichter Rauch aus der Wohnung der Familie drang. So wurde der Tote gefunden. Nach Einschätzung der Mordkommission wurde das Feuer wahrscheinlich bereits am Sonntag nach dem Mord gelegt. Der Täter wollte offenbar Spuren vernichten. Es entstand ein Schwelbrand mit langsam ansteigender Hitze, der schließlich eine Scheibe platzen ließ und eine enorme Rauchentwicklung zur Folge hatte. Erst da wurde der Brand bemerkt.

Blutspuren sogar noch an der Außenseite der Wohnungstür lassen erahnen, dass drinnen ein brutales Verbrechen geschehen sein muss. Unter Tel. 089/2910-0 bittet die Mordkommission um Hinweise – z.B. auf Fremde, die am Sonntag von 18 bis 24 Uhr an oder im Haus Luganoweg 15 gesehen wurden. 

Salam S. hat seinen Mörder wohl ahnungslos hereingelassen. An der Wohnungstür wurden keine Aufbruchsspuren gefunden.

Blutspuren an der Wohnungstür zeugen von einem blutigen Verbrechen.

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