Überfall aus Habgier

Hammer-Attacke an der Tür: Putzfrau vor Gericht

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Marianne M. nach der Tat: 27 Platzwunden (l.). Hammer-Täterin Monika F. ist wegen versuchten Mordes angeklagt (r.).

München - Nur mit einem Nachthemd bekleidet, öffnete Marianne M. (66) ihre Haustür in Solln, um ein Paket in Empfang zu nehmen. Doch vor ihr stand ihre frühere Putzfrau Monika F. (60) – mit einem Hammer in der Hand!

 „Sie schlug einfach zu, ohne Vorwarnung und sagte auch nichts. Sie war eiskalt.“ Das schilderte die am Kopf schwer verletzte Hausbesitzerin der tz nach dem brutalen Überfall am Morgen des 10. August 2013. Am Mittwoch sieht sie ihre Peinigerin als Zeugin vor Gericht wieder: Monika F. ist wegen versuchten Mordes angeklagt!

Mit den Hammerschlägen auf den Kopf des Opfers, so Staatsanwältin Nicole Selzam, „nahm die Angeklagte den Tod von Frau M. zumindest billigend in Kauf“. Stimmt nicht, kontert die Verteidigerin Birgit Schwerdt. Ihre Mandantin habe ihr Opfer lediglich ohnmächtig schlagen wollen – „um das Haus nach dem Tresor zu durchsuchen“.

Marianne M. fiel verlor trotz der vielen Hammerschläge das Bewusstsein nicht. Sie wehrte sich verzweifelt mit Buddha-Figuren und später mit einem Messer. Sie konnte in die Küche flüchten und die Tür hinter sich abschließen. Das hatte ihr möglicherweise das Leben gerettet. Laut Anklage nahm die Täterin zwei wertvolle Ringe mit und machte sich aus dem Staub.

Opfer Marianne M. erlitt bei der Hammer-Attacke 27 Platzwunden am Kopf sowie unzählige Schürfwunden, Prellungen und Hämatome. Staatsanwältin Selzam: „Die Angeklagte setzte sich bei ihrer Tat in krasser Eigensucht und zur rücksichtslosen Aufbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse über das Lebensrecht von Frau M. hinweg.“

Chronisch klamm war die Täterin schon länger. Um ihre Spielsucht zu finanzieren, hatte die Putzfrau oft an ihren Arbeitsplätzen gestohlen. Weil sie ihr einen Ring für 10.000 Euro klaute, hatte Marianne M. die Reinigungskraft im Oktober 2012 vor die Tür gesetzt.

Die mehrfach vorbestrafte Diebin versucht vor Gericht Mitleid zu erheischen. Einer ihrer beiden Söhne habe Selbstmord begangen. Und der zweite (43) sei seit einem Badeunfall querschnittsgelähmt.

„Michael sollte eines Tages den Rollstuhl verlassen können“, so Verteidigerin Schwerdt. In einer TV-Sendung habe ihre Mandantin von einer OP gehört, die 65.000 Euro koste. Monika F. habe die Tat begangen, um ihrem Sohn die Operation zu finanzieren.

Eberhard Unfried

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