Pläne bringen Bürger auf die Palme

„Kies gibt es auch woanders“ - Proteste gegen Rodung im Forst Kasten

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Bereits im Juli demonstrierten Münchner gegen den geplanten Kiesabbau im Forst Kasten.

Dass Wald im Forst Kasten gerodet werden soll, damit dort Kies abgebaut werden kann, bringt nicht wenige Bürger auf die Palme. Die Bürgerinitiative „Wald Neuried erhalten“ und Naturschutzorganisationen kämpfen gegen die Rodung.

Die Lokalpolitiker des 19. Bezirks (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln), die die Kiesabbaugegner schon seit Längerem unterstützen, haben nun ihr Ansinnen bekräftigt. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) in der letzten Sitzung, den Wald südwestlich von München fürs Klima und für die Naherholung zu erhalten und die geplante Rodung zu verhindern.

Das umstrittene Gebiet liegt in einem „Bannwald“

Vor allem fordern die Lokalpolitiker wie auch die Bürgerinitiative, die Fläche nicht mehr als Vorranggebiet für den Kiesabbau auszuschreiben. Zumal das Gebiet in einem sogenannten „Bannwald“ liegt. Ein Bannwald ist laut bayerischem Waldgesetz ein Wald, „der aufgrund seiner Lage und seiner flächenmäßigen Ausdehnung (...) unersetzlich ist und deshalb in seiner Flächensubstanz erhalten werden muss“. Außerdem hätten Bannwälder eine außergewöhnliche Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt oder für die Luftreinigung.

In der Begründung des SPD-Antrags heißt es deswegen: „Es ist in Zeiten einer drohenden Klimakatastrophe nicht hinzunehmen, dass in nächster Zeit 9,5 Hektar und auf lange Sicht gesehen weitere 35 Hektar im Bannwald Forst Kasten durch einen geplanten Kiesabbau zerstört werden.“ Eine heutige Abwägung zwischen Rohstoffabbau und Schutz des Bannwaldes würde sicher zugunsten des Bannwaldes ausgehen, sind sich die Lokalpolitiker sicher. Zumal eine Wiederaufforstung erst in zig Jahren zum Tragen kommen würde.

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Mit diesem Antrag unterstützen die Lokalpolitiker die Bürgerinitiative „Wald Neuried erhalten“, die mit mehreren Vertretern ebenfalls bei der BA-Sitzung anwesend war. Roland Zeilbeck und die Neuriederin Malwina Andrassy betonten vor allem, wie wichtig der Wald als Luftfilter, Wasserspeicher, Kältezufuhr und für die Naherholung sei. Ihr Ziel: Die Stadt muss das Vorranggebiet zurücknehmen, die Ausschreibung stoppen und somit die Rodung verhindern. Die Bürger sind sich sicher: „Kies gibt es auch woanders!“ An Stellen, an denen man keinen Wald dafür roden muss.

Fakt ist jedoch auch, dass die Heiliggeistspital-Stiftung, der der Wald gehört, im Forst Kasten gerne Kies abbauen würde. Das Ausschreibungsverfahren läuft seit 2017 und hat die letzte Stufe bereits erreicht. Dem Abbau scheint – zumindest rein rechtlich – nichts mehr im Weg zu stehen: 45 Hektar sind als Vorranggebiet ausgewiesen, auf 9,5 Hektar soll Kies abgebaut werden.

Die Streichungen von Zügen bei der Münchner S-Bahn sorgten für Empörung und Protest. Nun ruderte die Deutsche Bahn wieder zurück und verspricht eine schrittweise Taktverdichtung. 

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