13 Meter in die Tiefe gestürzt

Tod in Kletterhalle: Opfer (45) war TV-Schauspielerin

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13 Meter sind die Wände in der Kletterhalle hoch, in der Alexandra Hartmann abstürzte.

München - Sie hatte so viel mehr zu bieten als nur ihr schönes Gesicht und eine interessante Stimme für Bühne, Film und Fernsehen. Am Sonntag ist diese Stimme für immer verstummt.

In der Kletterhalle des DAV in Thalkirchen ist die Münchner Schauspielerin Alexandra Hartmann (45) am Sonntag vor den Augen ihres Mannes in den Tod gestürzt.

Bergsteigen und Klettern waren die Passion, mit denen Alexandra Hartmann und ihr Ehemann Sven S. (45) gern ihre Freizeit verbrachten. Beide galten als erfahren, umsichtig und kletterten mit ihrer eigenen Ausrüstung. Alexandra Hartmann hatte sich am Sonntag ihre Ausrüstung selbst angelegt und sich auch mit dem Sicherungsseil eingebunden.

Sie wählte eine Kletterwand für Geübte mit der Schwierigkeitsstufe 5+ bis 6-. Ihr Mann stand unten, um sie abzusichern. Ohne Probleme kletterte Alexandra Hartmann an den höchsten Punkt. Um 14.15 Uhr wollte sie wieder absteigen. Dabei verlor sie den Halt – eigentlich kein Problem, weil das Sicherungsseil den Sturz sofort abfängt. Zwar sackte die Schauspielerin tatsächlich kurz in ihren Sitzgurt. Dabei löste sich jedoch das Sicherungsseil aus dem Gurt. Aus 13 Metern Höhe stürzte die 45-Jährige auf den Hallenboden. Als der Notarzt kam, atmete sie nicht mehr. Unter laufender Reanimation kam sie in eine Klinik, wo sie kurz darauf ihren schweren Verletzungen erlag. Nach den Ermittlungen der Polizei trifft ihren Ehemann nicht die geringste Schuld. Als Ursache gilt der Sicherungsknoten, den die Schauspielerin offenbar nicht korrekt eingebunden hatte.

Ihre Rollen

Die Münchner Theaterbesucher kennen Alexandra Hartmann aus dem Akademietheater (Sappho; Familie Schroffenstein), der Glyptothek (Plutos Aristophanes; Die Wolken) und der Pasinger Fabrik (Witwen; Romulus der Große). Für Kino und Fernsehen übernahm Alexandra Hartmann Rollen im Tatort „Schwarzer Advent“, in der Serie „Soko 5113“, in der Telenovela „Alles außer Sex“ sowie in den Filmen „Herzflimmern – Die Klinik am See“, „Obendrüber da schneit es“, „Aktenzeichen XY“, dem Kinofilm „23“ und dem Fernsehspiel „Schönlinge“.

Das sagt der Deutsche Alpenverein

Die DAV-Kletterhalle in Thalkirchen ist bei Sportlern sehr beliebt. Jetzt hat sich dort der erste Todesfall ereignet.

Im Kletter-und Boulderzentrum München Süd des Deutschen Alpenvereines (DAV) herrscht nach dem tödlichen Unfall von Alexandra Hartmann tiefe Betroffenheit. „Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen der Verstorbenen. Des Weiteren wollen wir an dieser Stelle einen speziellen Dank an die Rettungskräfte und unsere beteiligten Mitarbeiter für ihre hervorragende Arbeit richten.“, vermeldete das Kletterzentrum auf seiner Homepage www.kbthalkirchen.de

Ein tödlicher Unfall habe sich auf der Anlage noch nie ereignet. „Unsere Anlage verfügt über umfassende Sicherheitsstandards und ein genormtes Sicherheitsmanagement.“ Bei dem Unfall handele es sich „aller Wahrscheinlichkeit nach um menschliches Versagen durch einen nicht richtig geknüpften Anseilknoten. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der Polizei.

Dorita Plange

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