Spektakuläre Installation

Kunstlandschaft auf Dach: Aktionskünstler Flatz stellt Glockenturm in luftiger Höhe auf

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Wolfgang Flatz wohnt und arbeitet im Hirmer-Haus.

Ein Glockenturm thront seit Sonntag hoch über den Dächern von Obersendling. Der schlanke Stahlkoloss war von einem Kran auf das Dach der Kistlerhofstraße 70 gehievt worden und ist der jüngste Neuzugang im Kunstgarten „Heaven 7“ von Wolfgang Flatz (66).

Der Aktionskünstler hat auf dem gelb-blauen Hirmer-Haus auf 3200 Quadratmetern einen fantastischen Skulpturengarten erschaffen. Am Freitag wird der Glockenturm eingeweiht.

Flatz ist ehemaliger Documenta-Teilnehmer 

Seit über fünf Jahren arbeitet der mehrmalige Documenta-Teilnehmer am Ausbau seiner Kunstlandschaft mit Skulpturen aus seiner fast 40-jährigen Schaffenszeit: darunter ein Mönchsfriedhof mit Grabkreuzen, ein Cadillac, eine Almhütte als Verbindung zur österreichischen Herkunft des Künstlers, ein ausrangierter Kampfhubschrauber und ein goldener Wohnwagen. Seit Sonntag wird die Schau durch den sechs Meter hohen Glockenturm ergänzt. „Ich kenne keinen minimalistischeren Glockenturm“, schwärmt der Künstler, der das Stahltrumm selbst entworfen hat.

Die Glocke stammt aus Neusedlitz, Tschechien. Zur Einweihung am Freitag soll sie ihren Dienst aufnehmen – und die Leute mit ihrem Läuten auf die Straße trommeln. Weniger beschaulich ging’s bei seiner Aktion „Glockenläuten“ 1991 in Tiflis zu: Flatz ließ sich als lebendes Glockenpendel kopfüber zwischen zwei Metallplatten im Walzertakt bewusstlos schlagen. Der Künstler will die Wahrnehmung der Menschen durch Provokation verstärken, um so ihrer Teilnahmslosigkeit entgegenzuwirken. Eines der bekanntesten Flatz-Zitate ist wohl der Slogan „Fressen, Ficken, Fernsehen", den er für eine Postkarte im Schwarz-Rot-Gold-Design gestaltete.

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