Leiche aus der Kompostieranlage

Die Tote wohnte um die Ecke

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In dieser Kompostieranlage wurde die Leiche entdeckt.

München - Lange Zeit sorgte der mysteriöse Leichenfund in der Großhaderner Kompostieranlage für Rätselraten. Nun meldet die Polizei: die Leiche ist identifiziert.

13 Tage lang ermittelte die Münchner Mordkommission, die Rechtsmedizin und das Landeskriminalamt mit großem Aufwand in dem mysteriösen Fall um die unbekannte Tote, die am 3. Januar in der Senkgrube der städtischen Kompostieranlage in der Tischlerstraße (Hadern) gefunden wurde. Am Donnerstag wurde sie identifiziert. Das Ergebnis ist allerdings eine faustdicke Überraschung. Die auf maximal 30 Jahre geschätzte Tote war tatsächlich bereits 45 Jahre alt. Sie wurde bereits am 17. November letzten Jahres von ihrer Mutter offiziell bei der Polizei als vermisst gemeldet. Und: Sie wohnte in Fürstenried – also quasi um die Ecke!

Am 10. November hatte die angeblich unter Schizophrenie leidende Frau zuletzt Kontakt zu ihrer ebenfalls in München lebenden Mutter. Dann verschwand sie. Am 17. November ging die Frau darum zur Polizei. Wochen vergingen. Weihnachten und Silvester verstrichen ohne ein Lebenszeichen von ihr. Eine Öffentlichkeitsfahndung gab es nicht. Am 3. Januar schließlich wurde in der Nachbarschaft die zunächst unbekannte Tote gefunden. Eine erste Obduktion ergab, dass sie höchstens 25 Jahre alt war. Am Mittwoch wurde das Alter auf etwa 30 Jahre hochgesetzt. Falsche Einschätzungen – mit fatalen Folgen.

Trotz der eigentlich unübersehbaren geographischen Nähe fiel die 45-Jährige aus dem Ermittlungsraster heraus.

Das Zahnschema und die DNA-Probe der vermissten 45-Jährigen war noch nicht in die Datenbank eingestellt. Damit fiel auch diese Chance auf einen Recherchetreffer aus.

Die Mutter las offenbar in den letzten Tagen weder Zeitung, noch schaute sie fern. Erst im Radio hörte sie am Mittwoch, dass die Tote blaue Paul-Green-Schnürstiefel trug. Solche Stiefel hatte auch ihre Tochter besessen. Am Donnerstag meldete sie sich bei der Polizei. Beim Direktvergleich der DNA und der Zahnschemata stellte sich bereits mittags im LKA heraus, dass die Tote aus der Senkgrube die 45-Jährige ist. Nach derzeitigen Erkenntnissen beging sie offenbar Selbstmord. Am Freitag wird die Polizei weitere Details bekannt geben.

Leichenfund in Hadern - Bilder

Leichenfund in Hadern - Bilder

Dorita Plange

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