„Ich habe das gar nicht bemerkt“

Lidl: Böses Erwachen für Kundin - So erklärt es der Discounter

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Stets wachsam auf dem Parkplatz: Auch Marion S. stand falsch und musste zahlen.

Der Discounter Lidl führt auf dem Parkplatz eine Neuheit ein, die wohl kaum einen Kunden erfreuen wird. 

München - Eigentlich wollte Marion S. nur kurz in den Lidl zum Einkaufen gehen. Doch als sie wiederkommt – das böse Erwachen: An ihrer Windschutzscheibe hängt ein Strafzettel.

Der Grund für das Knöllchen über zehn Euro: Die 83-Jährige hat auf dem Supermarkt-Parkplatz an der Hofmannstraße in Obersendling falsch geparkt. „Ich habe das gar nicht bemerkt“, sagt sie. Kleine schwarze Kästchen im Boden hatten den Verstoß hingegen sofort auf dem Radar: Sogenannte Parksensoren erfassen sekundengenau, wann ein Auto wie lang und wo parkt. Sie messen das Erdmagnetfeld und dessen Veränderungen, wenn ein Auto auf dem Parkplatz steht. 

Lidl: Bei überschrittener Mindestparkdauer kann es teuer werden 

Mit dieser modernen Technik will Lidl „an ausgewählten Standorten“ dafür sorgen, dass die Supermarkt-Kunden die kostenlose Mindestparkdauer von 60 Minuten nicht überschreiten und der Parkplatz zu jeder Zeit optimal ausgelastet ist. „Bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer wird der externe Dienstleister automatisch über das System informiert“, sagt eine Lidl-Sprecherin auf Nachfrage. 

83-Jährige muss zahlen: „Wäre schön, wenn die einzelnen Parkplätze besser gekennzeichnet wären“

Die Firma Park & Control, die das System anbietet, wirbt im Internet mit dem Slogan: „Mehr Kundenfrequenz für mehr Umsatz.“ Parkscheiben und manuelle Kontrollen werden durch das System überflüssig. Marion S. hat die erlaubte Parkdauer zwar nicht überschritten, aber sie stand zwischen zwei Sensoren und blockierte so zwei Parkplätze. Die Sensoren schlugen an. 

Sie sieht ihren Fehler ein, sagt aber auch: „Es wäre schön, wenn die einzelnen Parkplätze besser gekennzeichnet wären, da man die unterschiedlichen Pflastersteine bei schlechtem Wetter kaum erkennt.“

Unteressen wurde bekannt, dass Lidl einen beliebten Service wieder einführen wird, den die Kunden für zwei Jahre nicht nutzen konnten.

Video: Luftballon Statt Parksensor

A. Haberstock

Plötzlich wurde sein Arbeitgeber stutzig. Die Polizei ist in München einem besonders dreisten Paketboten auf die Schliche gekommen.

In Garmisch-Partenkirchen ist aktuell außerdem eine Kundin empört, die in einem Einkaufszentrum einkaufte. Sie erhält einen Bußgeld-Bescheid - wegen sechs Minuten (Merkur.de*). 

Der Bundesgerichtshof hat inzwischen beschlossen, dass es Falschparkern an den Kragen geht. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Das OLG Frankfurt erklärt hunderttausende Strafzettel für ungültig - wie sehen die Folgen für Parksünder aus?

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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