Sie kommt mit läppischer Strafe davon

67-jährige Münchnerin kassiert jahrelang Sozialhilfe - in Wirklichkeit ist sie reich

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Eine 67-Jährige erhielt in München lange zu Unrecht Sozialhilfe.

Eine 67-Jährige aus München hat fünf Jahre lang 900 Euro Sozialhilfe vom Staat erhalten. In Wirklichkeit lebte sie in einer Luxuswohnung in München und verdiente viel Geld.

München - Gegenüber den Ämtern gab sie sich als mittellos aus. Doch in Wahrheit lebte Heidemarie A. (67) jahrelang auf großem Fuß, verdiente Geld als Diamantenhändlerin. In Solln hatte die gelernte Goldschmiedin sogar eine Luxuswohnung angemietet - und kassierte währenddessen noch rund 900 Euro Stütze monatlich vom Staat. 

Ein krasser Fall von Sozialbetrug! Gestern stand die Diamantenlady deshalb vor Gericht. Laut Anklage hatte sie seit Februar 2011 Sozialhilfe erhalten - bis Januar 2016 insgesamt 60.495,12 Euro. Den Staat hatte Heidemarie A. aber über ihre finanziellen Verhältnisse getäuscht. Denn nebenher verkaufte sie edle Diamanten für Tausende Euro. Nur durch Zufall geriet sie ins Visier der Polizei… 

So flog der Sozialbetrug der 67-Jährigen aus München auf

Ermittelt hatten die Beamten eigentlich in einem anderen Fall: Eine Freundin von Heidemarie A. wurde Opfer eines Verbrechens - Diebe stahlen ihr Diamanten im Wert von rund 1,1 Millionen Euro. Weil der Schaden so enorm war, prüfte die Polizei den Bekanntenkreis des Opfers - und stieß dabei schnell auf Heidemarie A. 

Eine Ermittlerin: „Wir verhörten sie als Zeugin in dem Fall, weil sie schon öfter auffällig geworden war - unter anderem, weil sie Schmuck eingeschmolzen und umgefasst hatte.“ Und diese Fährte erwies sich als goldrichtig: Im März 2016 durchsuchten Beamte die Wohnung der Goldschmiedin - und wurden stutzig. „Die Möbel und Einrichtungsgegenstände waren sehr hochwertig. Ihr Lebensstil lag deutlich über ihrem Budget.“ 

Deshalb schaltete sich auch die Steuerfahndung ein und prüfte alle drei Konten von Heidemarie A. „Es wurde festgestellt, dass erhebliche Differenzen bestehen“, sagt die Ermittlerin: „Die Angeklagte war keinesfalls mittellos.“ Denn mehrfach gingen hohe Bargeld-Einzahlungen auf ihre Konten ein - mutmaßlich aus den Schmuckverkäufen. „Im Alltag hat sie dann alles in bar bezahlt. Einkäufe oder Restaurant-Besuche gingen nie vom Konto ab.“ So versuchte Heidemarie A. den Staat zu täuschen - und kassierte fünf Jahre lang Sozialleistungen. 

85.000 Euro erhielt die Betrügerin insgesamt

Eine Jobvermittlerin: „Wir haben ihr insgesamt 85.000 Euro ausgezahlt.“ Den Betrug räumte Heidemarie A. gestern ein - und erhielt im Gegenzug eine läppische Strafe: nur zwei Jahre auf Bewährung, obwohl sie fünffach vorbestraft ist. „Durch Ihr Geständnis haben Sie uns eine umfangreiche Beweisaufnahme erspart“, rechtfertigte Amtsrichter Josef Bonkamp sein Urteil gegen die Serienbetrügerin. 

Ihre Taten hielt die Staatsanwaltschaft für „besonders schwerwiegend“. Nur eine Stunde dauerte aber der Prozess. Danach durfte Heidemarie A. lächelnd nach Hause gehen. 

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