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“Diesen Anblick vergisst man nie“

90-Jährige liegt zwei Monate tot in Wohnung - Hausmeister berichtet von trauriger Routine

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Auf dieser Etage lebte die Rentnerin etwa 40 Jahre.

Aus einer Wohnung in der Schaidlerstraße in München roch es unappetitlich. Als die Feuerwehr die Tür öffnete, bot sich den Helfern eine grausige Szene. Leider Routine für den Hausmeister.

Update 28. Januar 2019, 17.08 Uhr: Wenn Menschen bereits zu Lebzeiten in Vergessenheit geraten, sind sie im Tod erst recht einsam. Dass ein solcher Mensch nicht mehr lebt, fällt erst dann auf, wenn Verwesungsgeruch aus der Wohnung dringt oder der Briefkasten überquillt. Dutzende solcher Fälle ereignen sich jedes Jahr in München – am Wochenende kam ein weiterer dazu. 

In Obersendling entdeckte Hausmeister Thomas Brühl die Leiche einer 90-Jährigen. Traurig: Für Brühl sind solche Anblicke inzwischen Routine. „Mein Eindruck ist, dass die Leute immer mehr vereinsamen“, erzählt der 41-Jährige. Seit zwölf Jahren kümmert sich der Hausmeister um 48 Wohngebäude in München. Vergessene Tote holt er zusammen mit Feuerwehr und Polizei im Schnitt bis zu sechs Mal pro Jahr aus ihren Wohnungen. „Das erste Mal war ganz schlimm“ erzählt Brühl. „Diesen Anblick, diesen Geruch vergisst man nie. Mittlerweile bin ich da routinierter.“ 

München: Hausmeister berichtet von Anonymität in der Großstadt

Besonders hart trifft es ihn, wenn er die Verstorbenen kannte. Das sei aber nur selten der Fall. In der Regel leben die Menschen in den von ihm verwalteten Häusern in Einzimmerwohnungen. „Viele sind allein, haben keine Familie oder Bekannten mehr“, sagt Brühl. Hinzu komme, dass es keine richtige Hausgemeinschaft mehr gebe. Die Anonymität in der Großstadt breite sich immer weiter aus, beobachtet er. Erst vor etwa einem Vierteljahr ereignete sich in demselben Gebäude an der Schaidlerstraße ein vergleichbarer Fall. Damals handelte es sich bei dem vergessenen Toten um einen etwa 80 Jahre alten Mann. 

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Nachbarin Barun I. lebt seit 15 Jahren in dem Haus unweit der Siemenswerke. Sie kannte die Tote flüchtig. „Man begegnete sich ab und zu im Treppenhaus“, erzählt sie. Oft kämpfte sich die Seniorin mit ihrem Einkaufswagen die Stufen zu ihrer Wohnung im zweiten Stock hoch. „Ich habe ihr mehrmals meine Hilfe angeboten“, erinnert sich Barun I. „Aber sie hat immer abgelehnt.“ Die Kroatin lässt der Tod ihrer einsamen Nachbarin nicht kalt. Sie sagt: „In meiner Heimat passiert so etwas selten. Hier hat die Familie noch einen hohen Stellenwert.“ 

In Rüdiger Bauers Getränkemarkt kaufte die 90-Jährige regelmäßig ein. Dann holte sie sich Diätlimo. Bis vor wenigen Jahren fuhr sie noch in ihrem alten VW Golf vorbei.

Rüdiger Bauer kannte die Rentnerin von Einkäufen in seinem Getränkemarkt

Erstmeldung von 13.16 Uhr:

München - Die Polizei München berichtet: In einem Mehrfamilienhaus in der Schaidlerstraße in München, stellte der Hausmeister am Samstag, 26.01.2019, gegen 18.10 Uhr, Verwesungsgeruch fest, der offensichtlich aus der Wohnung einer im Ruhestand befindlichen Frau kam.

Die Frau öffnete auf Klingeln und Klopfen nicht, weswegen der Hausmeister die Feuerwehr verständigte, die daraufhin die Wohnung öffnete. Im Eingangsbereich des Appartements konnte der Leichnam der Bewohnerin aufgefunden werden. Der Körper zeigte Verwesungsmerkmale. 

Leiche von Frau lag unbemerkt zwei Monate in ihrer Wohnung in München

Der verständigte Leichenschauer attestierte eine ungeklärte Todesart. Die Münchner Kriminalpolizei konnte während der vor Ort durchgeführten Sachbearbeitung keinerlei Hinweise auf ein mögliches Fremd- oder Eigenverschulden feststellen. 

Nach den ersten Ermittlungen lag die Frau ca. zwei Monate tot in ihrer Wohnung.

mm/tz

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Eine 90-jährige Rentnerin liegt tagelang tot in ihrer Wohnung in Neuhausen in München - ihre Nachbarin zeigt sich schockiert. 

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