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Massive Neubauten sorgen für Verstimmung: „Befürchte, dass man weitere Vorhaben nicht mehr verhindern kann“

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Bau eines Fertighauses
In Fürstenried entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser, weitere sind geplant. (Symbolfoto) © Daniel Maurer/dpa/Archivbild

In Fürstenried sind inmitten von Einfamilienhäusern massive Mehrfamilienhäuser entstanden, weitere Neubauten sind bereits beantragt. Der Plan trifft auf Widerstand.

München - Nachverdichtung brutal: Dagegen regt sich Widerstand im Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen – Obersendling – Forstenried – Fürstenried – Solln. Der Grund: An der idyllischen Parkmeisterstraße in Fürstenried sind inmitten von Einfamilienhäusern bereits mehrere massive Mehrfamilienhäuser entstanden. Weitere Neubauten gleicher Art sind beantragt. 

In der Wohngegend gibt es fast ausschließlich ältere Wohnhäuser mit gewachsenem Baumbestand. An der Parkmeisterstraße 5 ist aktuell der Neubau zweier Wohngebäude mit Tiefgarage geplant – eine fast exakte Kopie der bereits fertigen massiven L-förmigen Gebäude gegenüber, an der Parkmeisterstraße 10 und 12.

München: Ärger um Neubauten in idyllischer Parkmeisterstraße

Interessant dabei: Der Bauantrag für das Grundstück Parkmeisterstraße 5 wurde per Gerichtsbeschluss genehmigt. Das Gericht orientierte sich dabei an dem ebenfalls per Gerichtsurteil genehmigten Bauvorhaben an der Parkmeisterstraße 10 und 12. Sowohl der Bezirksausschuss als auch die Lokalbaukommission hatten das damals beantragte Bauvorhaben abgelehnt, worauf der Antragsteller gegen die Stadt München geklagt und auch gewonnen hatte.

Aus Sicht der Lokalpolitiker ein Unding. So könnten im Viertel nun weitere, völlig deplatzierte Baukörper entstehen. „Hätte man an dieser Stelle mit einem ähnlich massiven Baukörper zum Beispiel eine Kindergartennutzung zu implementieren versucht, hätte die Regierung von Oberbayern doch sofort ein Stopp-Zeichen gesetzt“, sagt Alexander Aichwalder, Mitglied der Grünen-Fraktion im BA. „Stattdessen wird per Gerichtsbescheid massiv neues Baurecht geschaffen, welches jetzt für das gesamte Viertel gilt und weitere massive Versiegelungen nach sich ziehen wird.“ Das Gericht greife damit seines Erachtens „in die kommunale Selbstverwaltung ein“ und betreibe „selbst Stadtplanung“.

Lokalpolitiker befürchtet weitere Bauvorhaben gleicher Art in Fürstenried

Der BA akzeptierte zähneknirschend das Gerichtsurteil, zeigt sich aber auch zunehmend besorgt „über die hier in besonders augenscheinlichem Maße vermehrt eintretenden negativen Einwirkungen der Rechtsprechung auf die Stadtplanung, die hier eine besonders ungute und gestaltende Form annimmt“.

Die Lokalpolitiker appellierten an die städtische Lokalbaukommission, noch einmal zu prüfen, ob die beantragte Massivität der Baukörper auf diesem Grundstück auch zulässig ist. Viel Hoffnung hat Alexander Aichwalder jedoch nicht: „Ich befürchte, dass man weitere Bauvorhaben in dieser Art nicht mehr verhindern kann.“ (Doris König)

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