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„Lollipop“ vor dem Aus: Bisher keine Lösung für 72 Münchner Kinder - „Brauchen jetzt konkrete Hilfe“

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Kindergarten in München
Besorgt: André Mailänder und Janina van der Meer fürchten das Aus für den Kindergarten Lollipop. © privat

Ein runder Tisch sollte Klarheit bringen, sorgte aber für Ernüchterung. In München wird um den Kindergarten „Lollipop“ gebangt.

München - Das Ringen um den Erhalt des Kindergartens Lollipop geht weiter. In einem eindringlichen Appell baten Janina van der Meer und André Mailänder, deren Kinder die Einrichtung derzeit besuchen, stellvertretend für alle Eltern und das Betreuungsteam des Kindergartens, die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) Thalkirchen–Obersendling–Forstenried–Fürstenried–Solln eindringlich um Hilfe.

München: Kindergarten vor dem Aus - runder Tisch sollte Klarheit bringen

Das Weiterbestehen der Kita ist bedroht, weil die zukünftige Nutzung des Gebäudes an der Garatshausener Straße 6 im Stadtteil Obersendling, in der die Einrichtung untergebracht ist, ungewiss ist. Der Träger des Kindergartens hat die Option zu einer über August 2023 hinausgehenden Verlängerung des Mietvertrags bisher nicht wahrgenommen. Ein kürzlich anberaumter runder Tisch zwischen Elternbeirat, Kindergartenleitung, dem Träger des Kindergartens, dem Eigentümer der Immobilie sowie Mitgliedern des BA und des Stadtrats sollte Klarheit bringen. Eine trügerische Hoffnung.

Denn dabei stellten sowohl der Eigentümer, die „Bayerische Landessiedlung“, als auch der Kitabetreiber fest, dass das Bestandsgebäude stark sanierungsbedürftig und damit auf Dauer für den Betrieb nicht mehr tragbar sei. Damit komme nur noch der Abriss des Gebäudes in Frage. Weil es aktuell noch keine konkreten Pläne seitens des Eigentümers für einen Neubau der Kita gibt, muss dringend eine Zwischenlösung für die 72 Kinder und ihr Betreuerteam gefunden werden. „Die Frist läuft! Wir brauchen jetzt konkrete Hilfe seitens der Stadt München, sonst ist nächstes Jahr Schluss“, so die dringende Bitte von Janina van der Meer.

„Eine endgültige Schließung des Kindergartens dürfen wir nicht dulden“

Der Bezirksausschuss hatte sich bereits einhellig stark gemacht für den dauerhaften Erhalt der Einrichtung. „Eine endgültige Schließung des Kindergartens dürfen wir nicht dulden“, so Polina Gordienko (SPD). Auch bei der Suche nach einem dauerhaften Alternativstandpunkt will sich der BA deshalb auch beteiligen.

Unterstützung sicherte zwar auch die zuständige Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) zu, äußerte sich aber nach Meinung der Eltern zu ausweichend. „Die Haltung der Verantwortlichen der Stadt wird maßgeblich darüber mitentscheiden, ob der Kindergarten im nächsten Jahr schließt und dadurch 72 Familien in einem mäßig versorgten Stadtteil den Betreuungsplatz für ihre Kinder verlieren“, sagten die beunruhigten Eltern. (Doris König)

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