Lebensgefährlicher Sprung ins Wasser

Nach Tod von 14-Jährigem in München warnen die Mutter und Wasserwacht: Hier reißt die Isar alles mit!

Baum als Mahnmal: Erinnerungen an den Buben.
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Baum als Mahnmal: Erinnerungen an den Buben.

Er wollte einen Ball aus dem Wasser holen und kam dabei ums Leben: Nach dem Tod des 14-Jährigen warnt seine Mutter vor der großen Gefahr an diesem Abschnitt der Isar.

Der Bub hatte keine Chance: Als ein 14-jähriger Schüler vor rund einem Monat einen Fußball aus der Isar holen wollte, wurde ihm die Wasserwalze nahe der Marienklausenbrücke zum Verhängnis*. Er konnte einige Tage später nur noch tot geborgen werden. Jetzt möchte seine Mutter andere warnen: „Die meisten Eltern und Kinder kennen die Gefahr der schönen Wasserfallstufe nicht“, sagt sie. „Mein Sohn hat einen zu hohen Preis gezahlt.“

München: Nach Tod von 14-Jährigen warnen die Mutter und Wasserwacht vor Gefahr in der Isar

In der Nähe des Unglücksortes richteten Freunde eine Gedenkstätte ein: An einer Astgabelung hängt ein Skateboard mit Botschaften, ein aufgemaltes Herz wird durch einen Riss im Brett zerteilt. Auch der restliche Baum ist bemalt und beschrieben, bunte Bänder, Trauerkerzen und Blumen erinnern an den Buben. Ein kleiner Engel trägt die Aufschrift „Wir werden dich nie vergessen“. Als die Freunde den Baum gestalteten, wäre beinahe ein weiteres Unglück passiert, berichtet die Mutter. Ein Hund sprang ins Wasser – „und ertrank fast ebenso wie mein Sohn“. Das Tier konnte gerade noch heraus klettern.

Schilder weisen auf die Gefahr hin. Die Mutter des Buben (l.) fordert weitere Vorkehrungen.

Die Mutter fordert weitere Sicherheitsvorkehrungen. „Ich bitte darum, dass wir auf diese Stelle achten, sie irgendwie abzäunen und den Zugang zum Wasser an dieser Stelle abschneiden“, sagt sie. „Ich möchte nicht, dass Kinder oder Tiere versehentlich sterben, weil sie sich abkühlen und die Füße nass machen wollen.“

München: „Eine absolute Sicherheit gibt es leider nicht“

Laut dem Referat für Klima- und Umweltschutz wurden 2020 neue Schilder auf der linken und rechten Seite angebracht. Schon 600 Meter vor der Gefahrenstelle werde „mit auffällig großen, deutlichen Warnschildern“ auf die Gefahr hingewiesen, erklärt eine Sprecherin. Der Unfall mache alle betroffen. „Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen des Jungen“, sagt sie. „Eine absolute Sicherheit gibt es leider nicht.“ Generell sei an Wehren oder ähnlichen Gefahrenstellen Baden verboten, „da sich durch die Einbauten immer unkontrollierbare Strudel und Strömungen bilden, die nicht beherrschbar sind“.

Trotzdem gehen immer wieder Menschen dort ins Wasser – und haben oft kein Verständnis, wenn sie die Wasserwacht auf die Gefahr aufmerksam macht. „Manche sagen, sie haben schon immer dort gebadet“, berichtet Daniela Haupt, Sprecherin der Kreiswasserwacht München*. Doch vor allem, wenn der Wasserstand hoch und das Wasser braun und trüb ist, wird es gefährlich „Das ist aufgewirbelter Schlamm“, erklärt Haupt. „Auch gute Schwimmer kommen kaum mehr raus, wenn sie in einen Strudel geraten. Sie werden immer wieder unter das Wasser gedrückt.“

Warnt Badende: Daniela Haupt von der Wasserwacht.

So ging es wohl auch dem Buben. „Er träumte davon, Arzt zu werden“, erzählt die Mutter. „Er war voller Leben und Hoffnungen für die Zukunft.“ Wunderlich, Schuri *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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