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Viertklässler stellen Raser zur Rede

Schulweg-Schock in München: Mädchen (9) angefahren, Junge (14) fällt vor Lkw - Kinder reagieren

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In die Wageneggerstraße bog der Raser mit quietschenden Reifen ein - und erfasste ein Mädchen.

Gleich zwei Verkehrsunfälle am ersten Tag im neuen Schuljahr versetzten München in Aufruhr. Am Mittwoch wurden in Forstenried die Radarpistolen gezückt - von Kindern.

Der erste Schultag ist für ein neunjähriges Mädchen aus München zum schockierenden Erlebnis geworden. Sie war am Dienstagmorgen um halb acht mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf dem Weg zur Schule. Der führt an der viel befahrenen Rosenheimer Straße (Ramersdorf) entlang. Als die drei die Wageneggerstraße überqueren wollten, bog ein 21-Jähriger viel zu schnell in die kleine Straße ein und erfasste das Mädchen. Rettungskräfte brachten es ins Krankenhaus. Es hatte sich das Bein gebrochen.

In Haar (Kreis München) war am gleichen Tag ein Junge vor einen Lkw geraten. Weil der 14-Jährige gegen 15 Uhr auf der Peter-Henlein-Straße von seinem Pedal abrutschte und ins Straucheln geriet, kollidierte er auf der Gegenfahrbahn mit einem Lkw. Dabei brach er sich den Arm und verletzte sich am Kopf.

Zum Thema: Der MVV-Schulbus 729 in Weichs (Lkr. Dachau) ist jeden Tag überfüllt - kleinere Kinder steigen aus Angst nicht mehr zu. Der MVV könnte Abhilfe schaffen - tut es jedoch nicht, wie merkur.de berichtet.

Forstenried: Schüler kontrollieren Autofahrer in Tempo-30-Zone

Grundsätzlich gilt: Je schneller die Autos fahren, desto schlimmer kann es ausgehen. Schlimmstenfalls kommt dabei so etwas wie der schreckliche SUV-Unfall von Berlin zustande. Deshalb haben sich die Polizei und die Forstenrieder Grundschule an der Walliser Straße – ohne von den oben beschriebenen Unfällen in München gewusst zu haben – etwas einfallen lassen: Am Mittwoch in der Früh zückten sie zusammen die Radarpistolen und kontrollierten in der Dreißigerzone nahe der Schule die Geschwindigkeit. Die Viertklässler durften die Autofahrer dann zur Rede stellen und saure Guttis an Temposünder verteilen. 

Freundliche Rüge: Für Paul Liebhart gab es von Ilsiya (Mitte) und Alia saure Guttis durchs Autofenster. 

Unter anderem an Paul Liebhart (62), der mit 39 km/h gestoppt wurde. „Ich werde jetzt wieder aufmerksamer fahren“, erklärte er nach der freundlichen Rüge. Aber nicht nur Strafen, sondern auch Belohnungen verteilen die kleinen Polizisten: Wer maximal 30 auf dem Tacho hatte, bekam Bonbons. Zum Beispiel Maria Wanke (71), deren Messung 29 km/h ergab. „Ich fahre immer vorsichtig, erst recht in der Nähe von Schulen oder Kindergärten“, sagt sie.

Laut Verkehrspolizist Michael Reisch passieren die meisten Unfälle aufgrund zu hoher Geschwindigkeit. 2018 gab es 154 Schulwegunfälle, einer davon endete tödlich.

Video: Gefahren auf dem Schulweg vermeiden - 10 Tipps für Eltern und Grundschüler

Felicitas Bogner

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