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Der tapfere Gang seines Vaters

Solln: Dominik-Brunner-Denkmal eingeweiht

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Oskar Brunner an der Stelle, an der sein Sohn sein Leben verlor. Flankiert wurde er von Bürgermeisterin Christine Strobl und Minister Ludwig Spaenle.

München - Am Donnerstag wurde das Denkmal zu Ehren des am Sollner S-Bahnhof in Folge einer Schlägerei getöteten Dominik Brunner eingeweiht. Mit dabei: Brunners Vater Oskar (83).

Sein Blick ist betrübt, vereinzelt laufen Tränen. Auch vier Jahre nach dem schrecklichen Tod von Dominik kann Oskar Brunner (83) nicht verwinden, dass sein Sohn infolge einer Schlägerei gestorben ist, nachdem er sich schützend vor Jugendliche gestellt hatte. Der Bahnhof Solln: Hier geschah das Drama vor vier Jahren. Am Donnerstag kamen rund 150 Münchner, um ein Denkmal zu Ehren von Dominik Brunner einzuweihen – auch Vater Oskar trotzte dem Schmerz und nahm tapfer an der Zeremonie teil.

Vier Jahre nach seinem Tod weint der Himmel in Strömen auf die Stelle, an der Dominik Brunner sein Leben ließ. Vater Oskar sitzt im schwarzen Mantel und rahmenloser Brille neben FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der auch Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung ist. Er spricht über das Denkmal – eine mannshohe Skulptur aus Stahlplatten, geformt vom Mallersdorfer Künstler Stefan Rottmeier. Sie bildet drei Menschen ab, die sich an den Händen halten – ein Symbol für Nächstenliebe, Mut und Achtsamkeit. „Durch dieses Denkmal soll jeder Münchner an das schreckliche Ereignis vor vier Jahren erinnert werden. Der Tod von Dominik Brunner soll nie aus dem Gedächtnis der Bürger verschwinden“, sagt Hoeneß. Die Skulptur soll Zivilcourage verkörpern, versehen ist sie mit der Aufschrift: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Bei der Enthüllung sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU): „Dominik Brunners Handeln verdient größte Hochachtung.“

Einweihung des Dominik-Brunner-Denkmals am S-Bahnhof Solln

Einweihung des Dominik-Brunner-Denkmals am S-Bahnhof Solln

Es sind Worte, die Oskar Brunner stolz machen. Aber auch eine Botschaft, die ihn tief berührt. Münchens zweite Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und Minister Spaenle stehen ihm bei, als Stadtdekanin Barbara Kittelberger die Gebete spricht – und davon, dass man auch seine Feinde lieben muss. Trotz blindem Hass und Gewalt.

Vielleicht gibt das Denkmal für seinen Sohn Oskar Brunner dafür ein bisschen Kraft.

THI

Ds passierte mit den Tätern

Ein Jahr nach dem Mord an Dominik Brunner gab’s die Urteile gegen die Totschläger. Markus S. (23) wurde wegen Mordes aus Rache zu neun Jahren verurteilt, er sitzt in der JVA Ebrach in Oberfranken. Der Mittäter Sebastian L. (22) ist in der JVA Neuburg-Herrenwörth (Oberbayern) inhaftiert. Sein Urteil: Sieben Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Aber: Er könnte schon im Mai 2014 freikommen – nach zwei Dritteln der Strafe. „Er macht in Haft eine Ausbildung zum Maler und Lackierer und befindet sich in der sozialtherapeutischen Abteilung“, sagte sein Anwalt Jochen Ringler in einem früheren tz-Interview.

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