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Nachfolger für Hellabrunn gesucht

Berlin wirbt Münchner Tierpark-Chef ab

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Tierparkchef Andreas Knieriem

München - Völlig überraschend hat Tierpark-Chef Andreas Knieriem bekannt gegeben, dass er aus Hellabrunn weggehen wird. Der Berliner Zoo hat ihn abgeworben. Nun wird dringend ein Nachfolger gesucht.

Die Nachricht kam für Bürgermeisterin und Tierpark-Aufsichtsrats-Chefin Christine ­Strobl (SPD) mehr als ungelegen: Am Donnerstag teilte ihr Tierparkchef Andreas Knieriem (48) mit, dass er nach nur vier Jahren in München nach Berlin wechselt. Dort wird er Chef von zwei Tierparks. Knieriem hat in Hellabrunn vieles bewegt. Ein Hellabrunn-Nachfolger ist nicht in Sicht.

Knieriem war 2009 von Hannover nach München gekommen, zunächst als Zoologischer Direktor und Vorstandsvorsitzender, seit Juli 2011 ist er alleiniger Vorstand. Für ihn und seine Familie wurde die Tierparkdirektorsvilla an der Isar abgerissen und neu errichtet.

Jetzt erreichte ihn der Ruf nach Berlin. Dort läuft der Vertrag des jetzigen Zoo-Direktors Bernhard Blaszkiewitz, der gleichzeitig auch den Tierpark im Ostteil der Stadt leitet, Ende Juni 2014 aus.

Knieriem steht mit Berlin offenbar schon seit dem Frühjahr in Kontakt. Damals hatte eine Delegation aus der Hauptstadt seine Arbeit in Hellabrunn begutachtet. Das Stellenangebot gab's am Mittwoch, als Knieriem Bürgemeisten Strobl davon unterrichtete, dass die Berliner an ihn herangetreten seien, um ihn abzuwerben. „Die Entscheidung kam am Donnerstag“, so Strobl. Da verkündete der Aufsichtsrat des Berliner Zoos, dass Knieriem dort neuer Chef wird.

Knieriem nennt vor allem private Gründe für den Wechsel: „Meine Frau stammt aus Berlin, die Großeltern und die Tante meiner Tochter leben auch dort.“

Dass er ein Angebot aus Berlin bekommen habe, „war nicht planbar. Das sind Dinge, die zufällig passieren.“ Und doch gibt er auch zu, dass es bekannt sei, dass der Berliner Zoo seine Chefs immer außerhalb suche, und die Auswahl von Tierparkdirektoren begrenzt ist. Sein neuer Job in Berlin sei „eine sehr große Herausforderung.“ Dieses Jahr will Knieriem noch in München bleiben, sein Vertrag läuft eigentlich noch bis Mitte 2014. Wer ihn in München beerben soll? „Da habe ich niemand in petto“. Strobl: „Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht.“

Knieriems Bilanz

Als Andreas Knieriem nach Hella­brunn kam, hab er eine „eingeschlafene Situation“ vorgefunden. Schnell wurden die ­Ärmel hochgekrempelt: Im April 2011 wurde die für 100.000 Euro sanierte Pinguinanlage eröffnet. Im Juli 2012 folgte das neue Café Rhino mit Spielplatz (Kosten: 400.000 Euro). Im November 2012 wurde das umgebaute Aquarium mit dem Haifischbecken fertig, in das eine halbe Million Euro flossen. Im Mai 2013 folgte die für 4,7 Millionen Euro neue errichtete Giraffen-Savanne. Der auf 15 Millionen Euro taxierte Neubau des Elefantenhauses soll in diesem Winter beginnen. Außerdem sind ein großes Löwengehege und ein Bauernhof anstellte des Streichelzoos geplant. Knieriem: „Das alles geht auch ohne mich.“ Außerdem schaffte er das Ponyreiten für Kinder ab und ließ die Eintrittspreise im August 2012 erhöhen.

Johannes Welte

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