Polizei ermittelt

Giftanschlag? Mysteriöses Fischsterben im Auer Mühlbach 

Fischsterben Auer Mühlbach
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Zahlreiche tote Fische wurden am Mittwoch aus dem Auer Mühlbach gefischt.
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Zahlreiche tote Fische wurden am Mittwoch aus dem Auer Mühlbach gefischt.
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Zahlreiche tote Fische wurden am Mittwoch aus dem Auer Mühlbach gefischt.
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Zahlreiche tote Fische wurden am Mittwoch aus dem Auer Mühlbach gefischt.
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Ist das blaue Pulver am Auer Mühlbach Schuld am Tod der Fische? Moritz Gärth (l.) und Sebastian Hanfland glauben das.
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Sie badete im wohl vergifteten Bach: Jeden Tag komme ich zum Baden an dieses idyllische Plätzchen! Kinder planschen im Bach, Hunde saufen das klare Wasser. Und jetzt kippt ein Irrer Chemikalien hinein. Eine Riesensauerei! Ich war auch am Dienstag hier. Mir ist nichts passiert, eine andere Schwimmerin aber bekam offenbar Ausschlag. Wer macht so was? Kein Respekt vor der Natur! Das ist der Auer Mühlbach. Nicht der Auer Müllbach! Verena Lauer (36), Single-Coach aus München

Au - Zahlreiche tote Fische schwimmen am Dienstag im Auer Mühlbach. Am Ufer finden Fischer am Mittwoch ein blaues Pulver. Die Ursache?

Tote Fische, zu Hunderten, vielleicht sogar Tausend Stück – so beschreiben die Isarfischer die Situation Dienstagsfrüh am Auer Mühlbach. Die größeren Fische hängen im Rechen eines Wasserkraftwerks nahe des Tierparks. Die kleinen Fische treiben wenige Meter flussabwärts mit dem Bauch nach oben. Was ist hier passiert?

Sie badete im wohl vergifteten Bach: Jeden Tag komme ich zum Baden an dieses idyllische Plätzchen! Kinder planschen im Bach, Hunde saufen das klare Wasser. Und jetzt kippt ein Irrer Chemikalien hinein. Eine Riesensauerei! Ich war auch am Dienstag hier. Mir ist nichts passiert, eine andere Schwimmerin aber bekam offenbar Ausschlag. Wer macht so was? Kein Respekt vor der Natur! Das ist der Auer Mühlbach. Nicht der Auer Müllbach! Verena Lauer (36), Single-Coach aus München

Die Isarfischer, die hier das Fischereirecht haben, treffen gegen 11 Uhr ein. „Manche Mitglieder sind schon 50 Jahre dabei – so was hatten die vorher noch nie gesehen“, sagt Dominikus Steinbichler. Thomas Funke vom Landesfischereiverband ist entsetzt: „Das ist eine Katastrophe! So etwas gab es in München noch nie.“ Besonders bitter: Erst im Winter haben die Isarfischer den Kunstmühlennebenbach aufwendig renaturiert. Mit einer Schulklasse wollten sie gefährdeten Fischarten wie Koppen, Äschen und Bachforellen einen Rückzugsort schaffen. „Jetzt sind wohl die Hälfte dieser Fische verendet!“, sagt Isarfischer Moritz Gärth. „Sie waren erst im Frühjahr geschlüpft.“

Nachmittags entdecken die Helfer etwa 200 Meter flussaufwärts ein blaues Pulver am Ufer. Ihr Verdacht: Kupfersulfat. Der wasserlösliche Stoff findet sich in Silvesterraketen, vertreibt Schädlinge beim Weinanbau und macht Algen den Gar aus. „Hier wollte jemand seinen chemischen Abfall entsorgen“, mutmaßen mehrere Isarfischer.

Das K 13 der Polizei nimmt Proben, ebenso das Wasserwirtschaftsamt. Bereits am Donnerstag rechnen die Behörden mit ersten Ergebnissen.

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