Tierpark Hellabrunn

Merkur-Leser haben entschieden: So heißt das Münchner Nashorn-Baby

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Die Leserinnen und Leser des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen haben dem Jungtier den Namen „Puri" gegeben.

München - Wie soll der kleine Hellabrunner Nashornbulle heißen? Darüber durften die Merkur-Leser entscheiden. Der Sieger-Name bekam eine große Mehrheit. Das Jungtier krönt das vielfältige Engagement des Tierparks im Artenschutz und hat sechs Lesern schon jetzt Glück gebracht.

Die Zahlen waren eindeutig: Von beachtlichen 1695 Stimmen, die bis zum Sonntag per Internet-Voting, E-Mail oder Postkarte abgegeben wurden, fielen 501 auf „Puri“. Der weit verbreitete nepalesische Männername sei gut auszusprechen und leicht zu merken, begründen viele Teilnehmer ihre Entscheidung. Zudem, so eine Leserin, sei der Name kurz und prägnant, also bestens geeignet, um ein Tier zu rufen. Mit deutlichem Abstand folgen „Pumori“ (ein Himalaya-Gipfel in Nepal, 307 Stimmen) „Pranay“ (bedeutet Liebe und Romantik, 268 Stimmen) und Prashanti (das Hindi-Wort für Frieden und Gelassenheit, 253 Stimmen). Parul („anmutig“, 186 Stimmen) und Palapur (Stadt in Nepal, 180 Stimmen) fanden weniger Zuspruch. Unter allen Teilnehmern haben wir sechs attraktive Preise verlost.

In der Fülle der Vorschläge, die in der ersten Runde des Namenswettbewerbs zusammenkamen, überwogen Namen mit indischem oder nepalesischem Hintergrund. Wie berichtet, hatte die Redaktion deshalb beschlossen, nur solche Namen zur Endauswahl zu stellen. Das war ganz im Sinn von Tierparkchef Rasem Baban, der damit auf eine Besonderheit des kleinen Bullen hinweisen will: Puris Mutter Rapti stammt noch direkt aus Nepal. Ihr Sohn, so hoffen die Experten, wird frisches Blut in den Genpool der Zoo-Nashörner bringen.

Für die Erhaltungszucht der Panzernashörner ist Puri, weltweit das erste 2015 in menschlicher Obhut geborene Panzernashorn, von unschätzbarem Wert. Nur etwa 200 Panzernashörner leben in menschlicher Obhut. Wie eine Arche Noah versuchen die Zoos in aller Welt den Bestand dieser urtümlichen Tierart zu sichern, denn in ihrer Heimat auf dem indischen Subkontinent schrumpft ihr Lebensraum.

Das kleine Nashörnchen gehört zu einer bedrohten Art

Nur noch etwa 2750 Tiere gibt es in den letzten Rückzugsgebieten in Bhutan, Nepal, dem Terai-Arc-Bogen und sieben kleinen Reservaten in Westbengalen und Assam. Zwar haben Panzernashörner, wenn sie dem Kindesalter entwachsen sind, selbst den Tiger nicht zu fürchten, doch Wilderei bedroht die Bestände. Das Horn wird in der asiatischen Medizin als Wundermittel geschätzt und teurer gehandelt als Gold. Dabei hat es keinen medizinischen Nutzen – es besteht, wie menschliche Fingernägel, größtenteils aus Keratin. Am heutigen Weltnashorntag will die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) weltweit auf die Problematik hinweisen.

Täglich „Nashorntalk“ in Hellabrunn

Lange Ohren, neugierige Augen und eine dicke Haut: Den kleinen Nashornbullen haben viele Besucher ins Herz geschlossen.

Puri und seine Mutter Rapti sind bei gutem Wetter jeden Tag im Freigehege der Nashornanlage zu sehen. Bis zum 31. Oktober gibt es täglich den „Nashorn-Talk“ im Nashornhaus. Dort informieren die Tierpfleger über die Nashörner im Allgemeinen und über Puri und seine Eltern im Speziellen. Außerdem stehen sie für Fragen zur Verfügung.

Dem weltweiten Artenschutzwidmet sich Hellabrunn auf vielerlei Weise. Im Artenschutzzentrum hinter der Orang-Utan-Anlage können sich Besucher umfassend über die Vielfalt des Lebens und dessen Bedrohung durch den Menschen informieren. Anschaulich wird gezeigt, wie jeder Einzelne zum Artenschutz beitragen kann.

 

Artenschutz-Projekte

Durch Mitgliedschaften, Forschungsarbeit und Spenden unterstützt der Münchner Zoo zahlreiche Projekte weltweit:

Drill: Er zählt zu den am stärksten gefährdeten Affenarten Afrikas. Hellabrunn führt das Internationale Zuchtbuch, koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für diese Tierart und unterstützt ein Schutzprojekt in Nigeria.

Humboldtpinguin:  Naturschützer und Forscher versuchen in Chile die Ausrottung dieser Art in ihrem natürlichen Lebensraum zu verhindern.

Sumatra-Orang-Utan: Auswilderungs-Projekt in Bukit Tigapuluh (Sumatra).

Roloway-Meerkatze: Forschungs- und Schutzprojekte in Ghana.

Przewalski-Urwildpferd: Mit einer eigenen Zuchtgruppe und mehreren Kooperationen unterstützt Hellabrunn die Erhaltung dieser einzigen verbliebenen Wildpferdeart.

Waldrapp:  Von dem einst weit verbreiteten Ibisvogel gibt es nur noch wenige hundert freilebende Exemplare. Er soll in Süddeutschland wieder heimisch werden.

Eisbär: Hellabrunn hat 2013 ein Senderhalsband finanziert. Es wurde der Bärin „X37117“ in der Hudson Bay angelegt, um ihre Wege zu verfolgen. Seither hat die Bärin mit zwei Jungtieren mehr als 5000 Kilometer zurückgelegt.

Allacher Heide:  Unterstützung des LBV bei der Pflege des Naturschutzgebiets.

Kleiner Panda: Im Osten Nepals soll mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung ein zusammenhängendes Schutzgebiet entstehen.

Die Gewinner

Auf ein Rendezvous mit Rapti  und ihrem Sohn Puri darf sich Familie Karl aus Fürstenfeldbruck freuen. Ein Jahresabo des Münchner Merkur  geht an Petra Habeth aus München. Eine große Familien-Jahreskarte für den Tierpark Hellabrunn erhält Familie Lang aus München. Je eine große Familien-Tageskarte  für den Zoo geht an die Familien Reiser (Moorenweis), Meßner (Tutzing) und Lormes (Holzkirchen). Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner werden benachrichtigt.

Peter T. Schmidt

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