Helmut und Nico als Zeugen beim Prozessauftakt

Frau vor Vergewaltigung gerettet und den Täter gefasst

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Die beiden Helden zurück am Tatort: Nico (links) und Helmut kamen Leila R. (23) am U-Bahnhof Forstenrieder Allee gerade noch rechtzeitig zu Hilfe.

München - Helmut B. (21) und Nico T. (21) bewahrten an Silvester eine 23-Jährige vor einer Vergewaltigung. Am Montag waren sie als Zeugen vor Gericht.

Da stehen sie, lächeln und halten sich kurz im Arm. Helmut B. (21) und Nico T. (21): Zwei Helden, mitten aus unserer Stadt. Sie haben eine junge Frau (23) durch ihr mutiges Einschreiten vor einer Vergewaltigung bewahrt. Danke, Jungs! Am Montag erzählten sie ihre Geschichte vor Gericht.

„Wir haben Silvester in einer Disco auf der Leopoldstraße gefeiert und sind dann gegen fünf Uhr in der Früh nach Hause gefahren“, erzählt Helmut. Als sie am U-Bahnhof Forstenrieder Allee aussteigen und die Rolltreppen nach oben nehmen, hören sie plötzlich Hilferufe. Sie stammen von Leila R. (23, Name geändert), die von Akram S. (28) im Arm gehalten wird. „Wir dachten erst, es handelt sich um einen Beziehungsstreit“, sagt Nico. „Aber wir hatten ein komisches Gefühl und gingen lieber hin. Da sahen wir, dass der Typ sie im Schwitzkasten hielt und ihr schon die Hose heruntergezogen hatte.“ Als die beiden ihn ansprechen, flüchtet die geschockte junge Frau sofort hinter ihre beide Retter. Und ist endlich in Sicherheit…

Irre: Als Leila unter Tränen von der versuchten Vergewaltigung erzählt, verfolgen sie den Täter sogar noch. Auch ihr Vater kommt im Schlafanzug hinzu – ihn hatte Leila zuvor noch angerufen. Das Handy hatte S. ihr weggerissen, kommt damit aber nicht weit. „Ich rannte hinterher, holte ihn ein und hab den Typen dann mit aller Kraft gepackt“, sagt Helmut. Zu dritt können sie Akram S. überwältigen, bis die Polizei eintrifft.

Akram S. (28, rechts) droht eine Haftstrafe wegen sexueller Nötigung.

Seit Montag wird S. am Landgericht der Prozess gemacht. „Ich möchte mich entschuldigen“, sagt er kleinlaut – und gibt vor, sich nicht genau an die Tatnacht erinnern zu können. Aber Helmut und Nico haben alles gesehen! Ihre Zeugenaussage belastet ihn schwer. Leilas Vater wird heute noch gegen Akram S. aussagen. Sie selbst muss nicht vor Gericht, weil S. gestanden hat. Ihn erwarten nach einem Rechtsgespräch zwischen allen Prozessbeteiligten maximal dreieinhalb Jahre Haft.

Bei ihren beiden Rettern hat sich Leila bereits bedankt. Ob sie auch eine Belohnung erhalten? „Bisher nicht“, sagt Helmut. „Aber wir würden jederzeit wieder helfen, wenn jemand in Not ist.“ Echte Helden eben.

A. Thieme

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