Serie

Der perfekte Tag in meinem Viertel: Auf geht’s beim Schichtl in Solln

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Einkehr im Biergarten: Im „Sollner Hirschen“ ratscht Schauer mit Wirtin Tanja Rimsky-Korsakow.

In unserer Serie zeigen wir Dahoam-Gebliebenen, was es in den 25 Münchner Stadtbezirken zu entdecken gibt. Prominente Viertelbewohner führen uns durch ihr Stadtviertel. Heute: Solln.

München - Manfred Schauer (65) muss man in München wohl nicht groß vorstellen: Den „Schichtl“ von der Wiesn, Schausteller, Gastronom, Münchner Original kennt man. Als Sendlinger Kind zog er im Februar 1963 nach Solln, wo er bis heute lebt. Nach 55 Jahren im Viertel im Süden der Stadt möchte er hier nicht mehr weg: „Ich bin in Solln verhaftet“, sagt Schauer. „Mein Lebensmittelpunkt ist hier.“ Denn seine Freunde und die Familie leben hier. „Ich sage immer: Lieber eine Partnerin in Solln, als ein Schloss woanders.“

Hobbys wie „mit dem Hund Gassi gehen“, philosophieren und „sich mit Leuten anlegen“ könne er in Solln gut nachgehen. Was er außerdem an seinem Stadtteil mag? „Hier kennen sich die Leute noch, man grüßt sich auf der Straße“, sagt Schauer. Außerdem schätzt er die stadtnahe Lage und zugleich den dörflichen Charakter des Viertels. „Solln ist gemütlich“, schwärmt Schauer. „Ich habe hier alles, was ich brauche, nah beisammen.“

Der perfekte Tag beginnt bei Manfred Schauer (65) gemütlich – mit der Lektüre der besten Tageszeitung.

Gemütlich zuhause in den Tag starten

Der perfekte Tag beginnt für Manfred Schauer gemütlich im Bett: „Ich stehe ganz entspannt um halb 9 auf“, sagt er. Oft sei er lang wach, da müsse er am freien Tag das Ausschlafen genießen. „Ich schnappe mir meine Zeitung und eine Tasse Kaffee. Mit Frühstücken hab’ ich es nicht so“, verrät er. Am liebsten setzt er sich dann – wenn das Wetter passt – in seinen Garten. Allein oder mit Partnerin. „Dort habe ich viele Pflanzen, es ist gemütlich und ich fühle mich einfach rundum wohl“, erzählt der 65-Jährige begeistert.

Beim Metzger Mair holt sich Schauer Fleisch und Wurst, wenn er etwas braucht.

Bummeln und einkaufen

Am Vormittag „kontrolliert“ Schauer dann sein Viertel. „Ich gehe mit dem Hund spazieren und ratsche mit den Menschen“, sagt er. „Ich bummle einfach ein wenig rum.“ Oft ohne großes Ziel. Wenn er etwas braucht, kauft er im Viertel ein. Zum Beispiel bei der „Metzgerei Mair“ an der Aidenbachstraße 99 (werktags 6 bis 18 Uhr geöffnet, samstags 7 bis 12 Uhr). „Der hat faire Preise und eine gute Qualität“, findet Schauer. „Außerdem kaufen hier die Polizisten immer ein.“ Das sei ein gutes Zeichen, denn die würden das Viertel schließlich am besten kennen. Obst kauft er beim „Zuppardo“ an der Grünbauerstraße 11. „Dort gibt es immer frisches, schmackhaftes Obst“, erklärt der Sollner. Dann ist sein entspannter Vormittag auch schon wieder vorbei.

Schere statt Guillotine: Im Salon Tina lässt sich Schauer seine Haare schneiden.

Am Nachmittag: Ab zum Frisör

„Weil ich ja eingekauft habe, gibt es im Garten erst einmal ein feines Mittagessen mit meiner Partnerin.“ Schauer genießt ein wenig die Sonne. Anschließend geht es ab zum Frisör. „An meinem freien Tag habe ich schließlich Zeit für so etwas“, erklärt der Geschäftsmann, der sonst immer viel unterwegs ist. „Seit vielen Jahren bin ich beim „Salon Tina“, sagt er. „Meine ganze Familie geht dort hin. Auch, weil der sehr nah ist.“ Man kennt sich – wie immer. Schauer ist das wichtig. Der Salon Tina befindet sich an der Diefenbachstraße 10a (Öffnungszeiten: werktags, 8.30 bis 18 Uhr; samstags, 9 bis 13 Uhr; montags geschlossen).

Abendessen beim „Sollner Hirschen“

Abendessen gibt’s dann im „Sollner Hirschen“: „Besonders gerne mag ich es, im Sommer im dortigen Biergarten zu sitzen“, sagt Schauer. Dort gebe es ausgezeichnetes Essen und eine schöne Atmosphäre. „Und wie auch bei den anderen Stationen: Alles liegt sehr nah zusammen – das mag ich besonders.“ Der Biergarten Zum Sollner Hirschen liegt an der Sollner Straße 43 und ist täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet. Auf der Karte stehen unter anderem Burger, Schweinsbraten, Flammkuchen und Wurstsalat.

Kino zum Schluss: Als er das Filmplakat mit Maria Callas entdeckt, schmettert Schauer sogleich ein Lied.

Ein guter Film im Kino Solln

Nach dem Abendessen gönnt sich der Schichtl noch einen guten Film im Sollner Kino. Das Beste: Es liegt direkt neben dem Hirschen. „Ich verfolge immer das Kinoprogramm. Und wenn ein guter Film kommt, dann schau ich mir den natürlich an“, erklärt er. Manche Filme müsse man einfach im Kino schauen. „Da das Kino ja direkt neben dem Hirschen liegt, gehe ich danach gerne noch mal auf ein Bier vorbei“, sagt der Sollner. Er lässt den Abend also ruhig ausklingen. Das Sollner Kino (Sollner Straße 43a) öffnet jeweils 30 Minuten vor der Vorstellung. Die Karten kosten zwischen 7,50 und 9,50 Euro. Das aktuelle Programm kann man im Internet unter www.kinosolln-aktuelles.org einsehen.

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